Altersarmut

Die grüne Garantierente

Auf Sitz-Bänken vor einer Finanz-Bank in Gotha haben sich Rentner niedergelassen und unterhalten sich.
Immer mehr Rentnerinnen und Rentner sind von Altersarmut betroffen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Die Einkommenslage im Alter hängt wesentlich von der allge-meinen Situation sowie von der individuellen Position auf dem Arbeitsmarkt ab. picture-alliance / ZB
02.05.2019

Die grüne Garantierente liegt oberhalb der Grundsicherung. So wollen wir die Menschen besser absichern, die Schere bei den Alterseinkommen verringern und dafür sorgen, dass langjährig in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte im Alter nicht auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Damit reagieren wir auf die negative Entwicklung, dass immer mehr Rentnerinnen und Rentner von Altersarmut betroffen sind, die Erwerbsbiografien unsteter werden und die Gefahr steigt, dass zukünftige Rentnerinnen und Rentner aufgrund von Niedriglöhnen unzureichende Alterseinkommen erhalten.

30 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung reichen raus

Die Einführung einer solchen steuerfinanzierten Garantierente (Positionspapier vom 19. März 2019) hat für uns hohe Priorität. Sie ist leicht realisierbar und vor allem zielgenau. Insbesondere Frauen profitieren davon. Wer 30 Versicherungsjahre hat, soll nach heutigem Stand mindestens 920,70 Euro im Osten bzw. 960,90 Euro im Westen erhalten – und zwar über die gesetzliche Rentenversicherung, ohne Bedürftigkeitsprüfung.

Im Gegensatz zu anderen Mindestrentenmodellen bestehen für die Grüne Garantierente geringe Zugangshürden. So sollen bereits 30 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung ausreichen, um anspruchsberechtigt zu sein. Beim grünen Garantierentenkonzept werden neben den Jahren, in denen in die Rentenkasse eingezahlt wurde, zudem auch Versicherungszeiten ohne Beitragszahlung wie bei der Kindererziehung oder Pflege, Schwangerschaft, Mutterschutz, Arbeitslosigkeit mit und ohne Beitragszahlung, Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit berücksichtigt.

Wer selber betrieblich oder privat vorsorgt, soll belohnt werden. Alle Alterseinkommen aus der betrieblichen und privaten Rentenversicherung werden nicht auf die Garantierente angerechnet. Das hilft den Menschen, ihr Alterseinkommen aus der Gesetzlichen Rentenversicherung aufzustocken und schafft zudem Anreize für ein auskömmliches Einkommen im Alter Vorsorge zu betreiben.

Unsere umfassende Rentenstrategie

Unsere rentenpolitische Strategie setzt nicht nur bei den Altersvorsorgeformen, sondern bereits im Erwerbsleben an. Denn wer nicht genug verdient, kann auch nicht fürs Alter vorsorgen. Deswegen wollen wir die Arbeitsbedingungen verbessern und die Rahmenbedingungen für steigende Löhne schaffen, damit die Menschen genug Ansprüche für später aufbauen können. Außerdem wollen wir die gesetzliche Rentenversicherung stärken, indem weitere Gruppen einbezogen werden, das Rentenniveau stabilisieren und die private sowie betriebliche Rentenversicherung stärken.

Alle Menschen sollen in Zukunft einen Anspruch auf Garantierente haben – aber nur wenige sollen sie benötigen. Das ist unser Ziel.