eSport

Wir bringen eSport in den Bundestag

Millionen Menschen begeistern sich für eSport. Doch während die Gamescom in Köln alle Aufmerksamkeitsrekorde bricht, verbleibt die Bundesregierung bei der Anerkennung von eSport weiter im Off-Modus. dpa
20.08.2019
  • Wir wollen die Anerkennung der Gemeinnützigkeit von eSport-Vereinen.
  • Die Bedeutung des eSport wächst rasant. Es benötigt verlässliche Regeln für die weitere Entwicklung.
  • Wir haben ein Konzept für eine eSport-Entwicklung auf den Weg gebracht, wodurch Potentiale und Möglichkeiten genutzt werden können und Fehlentwicklungen entgegengewirkt werden soll.

Die Gamescom in Köln schlägt alle Rekorde. Die weltgrößte Messe für Computer- und Videospiele repräsentiert einen Markt, der allein in Deutschland im Jahre 2018 auf knapp fünf Milliarden Euro geschätzt wurde. Mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland nutzen Computer oder Konsolen auch zum Spielen. Im Deutschen Bundestag haben wir bisher als einzige Fraktion einen Antrag zur Förderung des eSport vorgelegt.

eSport ist ein weltweites Phänomen, das Millionen junger und zunehmend auch älterer Menschen begeistert - sowohl als Spielerinnen und Spieler, als auch als Zuschauerinnen und Zuschauer. Bei Turnieren vor Ort, via Streaming im Internet oder im Fernsehen. Unter eSport verstehen wir das wettbewerbsmäßige Spielen von Videospielen am Computer, der Konsole oder anderen Geräten unter menschlichen Gegnerinnen und Gegnern. Politik und Sport sollten davor nicht die Augen verschließen. Lesen Sie hier unseren Antrag: Die Entwicklung des eSports fördern und gestalten.

Die Entwicklung des eSports fördern

Wir wollen gute Rahmenbedingungen für den eSport in Deutschland schaffen – vor allem für Amateur-Vereine. Wir finden es gut, wenn sich Menschen in einem Verein zusammenfinden, um ihrem Hobby nachzugehen. eSport-Vereine sollen deswegen genauso von der Gemeinnützigkeit profitieren wie andere Sportvereine: Weniger Bürokratie gegenüber den Behörden, steuerliche Erleichterungen, Zugang zu kommunalen Räumen und vieles mehr.

Politik und Sport sind gefragt

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Er will mit eSport nichts zu tun haben. Ein Dialog mit dem eSport Bund Deutschland (ESBD) findet kaum noch statt. Wir meinen: Beide Verbände können im hohen Maße voneinander profitieren und sollten daher schnell wieder an einen Tisch.

Bundesregierung hat Bedeutung des eSport immer noch nicht verstanden

Die Koalition von Union und SPD hat dem eSport im Koalitionsvertrag große Versprechungen gemacht. Geschehen ist bisher aber nichts – weder im Gemeinnützigkeitsrecht noch bei der  Sportpolitik. Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2020 wurden sogar die Zuschüsse für die Gameswirtschaft wieder auf Null gekürzt. Das ist kein gutes Zeichen, denn mit dem Einmalzuschuss von 50 Millionen im Jahr 2019 kann man keine langfristige Entwicklung einleiten.

Dem Gamesstandort Deutschland hilft das nicht weiter. Deshalb fordern wir weiter die Zustimmung der anderen Fraktionen zu unserem vorliegenden Bundestagsantrag zur Förderung des eSports.