Riskante Technologie Fracking-Debatte offenbart Röttgens Versagen

Fracking

In der Debatte zum Einsatz der Fracking-Technologie zeigte Norbert Röttgen einmal mehr, dass er lieber redet statt zu handeln. Am Ende des Tages stand eine persönliche Erklärung des CDU-Spitzenkkandidaten in NRW, über deren Inhalt man sich nur noch wundern kann.

Der Streit um die Fracking-Technologie geht weiter. Im Bundestag scheiterte der Antrag der grünen Bundestagsfraktion, die umstrittene Technologie mit einem Moratorium von mindestens zwei Jahren zu belegen, um die Umwelt- und Gesundheitsgefahren ausreichend überprüfen zu können am Widerstand von Schwarz-Gelb.

Fracking wird unter anderem bei der Erdgasförderung angewendet. Dabei werden unter hohem Druck und mithilfe giftiger Chemikalien unterirdische Gesteinsschichten aufgesprengt. In Niedersachsen wurde diese Methode bereits angewendet. Nun planen Erdgasunternehmen den Fracking-Einsatz auch auf andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auszuweiten. In den USA wird die Fracking-Technologie bereits großflächig angewendet. Dabei kam es offenbar zu massiven Umweltschäden, wie Verunreinigungen des Trinkwassers, des Bodens und der Luft. Die Fracking-Technologie steht weiter im Verdacht, auch kleine bis mittlere Erdbeben zu auszulösen.

Die Debatte im Bundestag zeigte einmal mehr, dass Schwarz-Gelb nicht in der Lage ist, den Risiken der Fracking-Technologie adäquat zu begegnen. Obwohl die grüne Bundestagsfraktion seit zwei Jahren die Bundesregierung zum Handeln auffordert, hat es Schwarz-Gelb nicht geschafft, einen eigenen Vorschlag vorzulegen. Nun, drei Tage vor der NRW-Wahl, hat Bundesumweltminister und NRW-Spitzenkandidat Norbert Röttgen offenbar realisiert, dass ihm die Bürgerinnen und Bürger seine Tatenlosigkeit in NRW übel nehmen.

Im Laufe der Debatte gab Röttgen den verantwortungsvollen Umweltminister und betonte, wie wichtig Sicherheitsstandards und eine ausreichende Bürgerbeteiligung seien. Doch wieder beließ er es bei Ankündigungen. Niemand nimmt ihm das noch ab, nachdem er zwei Jahre lang die Hände in den Schoß gelegt hat.

Geradezu wunderliche Züge nahm die Debatte am Ende durch eine persönliche Erklärung einiger Koalitionsabgeordneter an, die auch von Norbert Röttgen unterzeichnet ist. Sie stellte heraus, dass die möglichen Gefahren durch Fracking ernst zu nehmen seien. Als Bundesumweltminister hätte er eigentlich die Kompetenz, das Berggesetz entsprechend zu ändern und ein Moratorium für die Fracking-Technologie zu beschließen. So bleibt die Erklärung leeres Gewäsch.

Dass in NRW derzeit nicht "gefrackt" wird, ist einzig und allein der rot-grünen Landesregierung zu verdanken. Sie hat auf wackeliger Gesetzesgrundlage bis auf Weiteres ein Verbot verhängt. Die ehemalige Schwarz-Gelbe Landesregierung hatte einst halb NRW als potentielles Fracking-Fördergebiet abgesteckt.

Mehr zum Thema Umwelt

2 Kommentare
Warum benennt man das "Gift" nicht bei Namen
H.D.Bellmann 27.05.2012

Es ist nicht in Ordnung,dass man von giftigen Chemika- lien schreibt,mit denen die unterirdischen Gesteinsschichten "aufgesprengt" werden. Soweit ich es verstanden habe wird Wasser und feiner Kies einge-presst um die mit der Sprengung entstandenen Porosität in den Gesteinsschichten zu sichern. Andernfalls gibt es zu geringe Nachhaltigkeit der Aus- gasung für die Gewinnung. Wenn man über diese Maß- nahmen berichtet gehört Ehrlichkeit und Sorgfalt über die tatsächlichen Faktoren dazu.

Antwort an H. D. Bellmann
Grüne Fraktion 05.06.2012

Hallo Herr Bellmann,
wir schreiben von giftgen Chemikalien, da es ein ganzer Cocktail an giftigen Substanzen ist, der auch noch von Bohrung zu Bohrung unterschiedlich ist. Auf Grund von Nachfragen von Grünen in Bund und Ländern sind diese nun veröffentlicht. Viele der Gifte sagen nur Experten etwas wie z.B. Tetramethylammoniumchlorid. Die Substanzen finden sie in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen in Niedersachsen (Drucksache 16/3591 des Niedersächsischen Landtages).

Für diesen Artikel werden keine Kommentare mehr angenommen.

4383742