Nitratbericht 2016 Gewässerbelastung mit Nitraten unverändert hoch

Die Bundesregierung hat den Nitratbericht 2016 vorgestellt. Das Fazit ist so bekannt wie traurig. Die Situation ist unverändert schlecht – es gibt keine Veränderung für den Berichtszeitraum 2012 bis 2014. Viel zu viele Gewässer sind über Gebühr belastet. Weiterhin werden in vielen Gebieten die Grenzwerte überschritten.

Mit dem Bericht ist nochmals klargestellt, Hauptursache für die Grenzwertüberschreitungen sind die zu hohen Stickstoffausbringungen aus der Landwirtschaft. Traurig ist, dass man sich schon fast daran gewöhnt hat, dass in vielen Gebieten die vertretbaren Grenzwerte überschritten sind. Dabei sollte diese an keiner Messstelle überschritten werden.

Grundwassermessstellennetz erweitert – Belastungen bleiben gleich hoch

Die Zahlen aus dem Bericht waren schon länger bekannt. So bezieht sich die Bundesregierung schon in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf die Daten des Berichtes. Durch eine Erweiterung des Messnetzes wurden nun auch Messstellen aufgenommen, bei denen es kein Verdacht auf eine mögliche Belastung gibt. Deshalb ist teilweise zu lesen, dass sich der Anteil der belasteten Messstellen von über 50 auf 28 Prozent verringert hat. Doch diese Aussage ist wertlos, da sich nichts an Qualität der Grundwässer verändert hat. Die Anzahl der belasteten Gewässer ist gleich geblieben. Wichtiger ist die Entwicklung an den Messstellen.

So weisen nur rund 33 Prozent der Grundwassermessstellen im Vergleich abnehmende Nitratkonzentrationen und weiterhin fast 28 Prozent der Messstellen zunehmende Nitratgehalte auf. Bei gut 40 Prozent sind die Nitratkonzentrationen im Vergleich zwischen den Beobachtungszeiträumen 2008-2011 und 2012-2014 gleich geblieben. Laut Nitratbericht unterscheiden sich die Tendenzen zwischen dem alten und dem neuen Messnetz nicht.

Tierhaltungsregionen im Norden und Westen besonders belastet

Durch das neue Netz ist aber ersichtlicher welche Gebiete und damit welche Faktoren Verursacher der übermäßigen Belastungen sind Es lässt aber auch erkennen, dass es kaum belastete Gebiet gibt.

Besonders belastet sind die Tierhaltungsregionen im Norden und Westen. Von dort ziehen sich die belasteten Gebiete grob entlang der Elbe bis hin nach Nordthüringen und Nordsachsen. Auch am Rhein, und dort besonders im Dreiländereck Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg, sind Messstellen zu finden, an denen der Grenzwert überschritten wird. Daneben gibt es einzelne Messstellen in Bayern und in anderen Bundesländern, die Grenzwertüberschreitungen festgestellt haben.

Grün ist anders

Wir fordern, dass Gülleströme ordentlich erfasst und Gülleüberschüsse deutlich gesenkt werden. Was im Sinne des Gewässerschutzes notwendig ist, haben wir in unserem Antrag „Den Umgang mit Nährstoffen an die Umwelt anpassen“ detailliert aufgezeigt. Zudem fordern wir von Bundesumweltministerin Hendricks, die von ihr angekündigte Stickstoff-Strategie – basierend auf den Empfehlungen des Sachverständigenrates für Umweltfragen – endlich aufzulegen und dann auch umzusetzen.

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