Fracking Schwarz-Gelb leistet Offenbarungseid

Hydraulischer Bohrturm für Fracking im Abendlicht
Ein hydraulischer Bohrturm für Fracking in den USA, wo das Fracking-Verfahren in den vergangenen Jahren bereits flächendeckend und in wesentlich größerem Ausmaß als in Deutschland bei der Erdgasförderung angewendet wurde.

Die Regierungskoalition hat den grünen Antrag für ein Moratorium von Fracking abgelehnt. Die Koalition lässt somit den Erdgaskonzernen und deren Profitinteressen weiterhin freie Hand, obwohl diese Form der risikoreichen Ausbeutung von Gasfeldern erhebliche Gefahren für die Umwelt birgt. Interessant: Während auch viele Abgeordnete von CDU und FDP zuhause vor Ort Bedenken äußern und Nachdenklichkeit demonstrieren, stimmen sie hier in Berlin brav nach Regierungsraison für eine Weiterführung des gefährlichen Frackings. Mehr Heuchelei geht nicht.

Moratorium für Fracking von mindestens zwei Jahren nötig

Die schwarz-gelbe Koalition hat heute im Bundestag den Antrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Fracking abgelehnt, ohne eigene Vorschläge zu unterbreiten. Es ist der endgültige Offenbarungseid der Koalition beim Thema Fracking: Seit zwei Jahren kündigt Schwarz-Gelb eigene Initiativen an, um die Fracking-Technologie zu regulieren. Vorgelegt hat sie jedoch bis heute nichts. Wir fordern in unserem Grünen Antrag ein Verbot des Einsatzes giftiger Chemikalien sowie ein Moratorium von mindestens zwei Jahren, um die weiteren Umweltauswirkungen der Fracking-Technologie zu untersuchen. Doch Schwarz-Gelb will der Erdgasindustrie weiterhin freie Hand lassen.

Erhebliche Umweltauswirkungen durch Fracking

In den USA wurde das Fracking-Verfahren in den vergangenen Jahren bereits flächendeckend und in wesentlich größerem Ausmaß als in Deutschland bei der Erdgasförderung angewendet. Dort protestieren viele gesellschaftliche Gruppen gegen den weiteren Einsatz der Fracking-Technologie. Grund dafür sind verschiedene negative Umweltauswirkungen, die mit der Erdgasförderung aus unkonventionellen Lagerstätten in Zusammenhang gebracht werden. Dies sind vor allem: Trinkwasserverunreinigungen, hoher Flächenverbrauch, hohes Aufkommen an Schwerlastverkehr, hohe Belastung der Anwohner durch Lärm und Schadstoffemissionen, leichte bis mittlere Erdbeben sowie Schäden durch die unsachgemäße Entsorgung von giftigen Abwässern. Darüber hinaus ist auch die Klimabilanz von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten laut verschiedenen Studien schlechter als die von konventionell gefördertem Gas. Verschiedene Gutachten, unter anderem vom Umweltbundesamt und von der Landesregierung NRW, haben diese Gefahren mittlerweile bestätigt.

Die Fracking-Technologie wird vor allem bei der Förderung von sogenanntem unkonventionellem Erdgas eingesetzt. Das Erdgas wird dabei aus dichten Gesteinsschichten wie Kohleflözen, Sandstein (Tight-Gas) oder Tonsteinen (Schiefergas) gefördert. Dabei wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand und teils giftiger Chemikalien in eine Horizontalbohrung gepresst. In Niedersachsen wurde das Fracking-Verfahren bereits häufig angewendet. Im Laufe der vergangenen drei Jahre, haben sich Erdgaskonzerne viele weitere Aufsuchungslizenzen in ganz Deutschland gesichert.

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