Ressourcenschutz

Vernichtung von Waren stoppen

Pakete des Versandhändlers Amazon liegen in einem Paketzentrum von Deutsche Post und DHL.
Ungefähr 20 Millionen Produkte werden jedes Jahr in Deutschland an OnlinehändlerInnen zurück geschickt und von denen anschließend vernichtet. Das ist schlecht für Ressourcen- und Klimaschutz. Wir fordern: Neuwertige Ware darf nicht weiter vernichtet werden. picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa
13.06.2019

Knapp 500 Millionen Produkte werden in Deutschland jedes Jahr an OnlinehändlerInnen zurückgeschickt. Davon werden ungefähr 20 Millionen Tonnen vernichtet. Teilweise handelt es sich hierbei um neuwertige Ware. Auch wenn laut Forschungsergebnissen der Universität Bamberg mit 79 Prozent der größte Teil der zurückgeschickten Artikel wieder als A-Ware und 13 Prozent als B-Ware verkauft werden, ist die Ressourcenverschwendung doch beträchtlich. Gerade bei billiger Ware lohnt es sich für die Anbieter nicht, die Produkte erneut zu verkaufen. Viele Rohstoffe gehen dadurch verloren.

Retouren belasten Umwelt und Klima

Die Forschungsergebnisse der Universität Bamberg gehen davon aus, dass durch Rücksendungen im Jahr 2018 ungefähr 238.000 Tonnen CO2 ausgestoßen wurden. Dies entspricht in etwa der Umweltwirkungen von täglich 2.200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau.

Bis zum Jahr 2050 dürfen wir deutschlandweit nur noch insgesamt 63 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen, damit wir die Klimaziele von Paris erreichen. Das ist erforderlich, um eine Erderhitzung von deutlich unter 2 Grad einhalten zu können.

Der Transport retournierter Waren muss deutlich vor 2050 entsprechend ohne CO2-Ausstoß erfolgen. Zusätzlich zu dem durch den Transport verursachten Ausstoß kommt der Ausstoß, der durch die Rohstoffgewinnung und die Produktion der vernichteten retournierte Waren sowie der Vernichtung selbst entsteht. Retournierte Waren, die vernichtet werden ohne je genutzt worden zu sein, stellen also eine unverhältnismäßige Umwelt- und Klimabelastung dar.

Vernichtung neuwertiger Ware verhindern

Um dem entgegen zu wirken fordern wir Grüne im Bundestag jetzt schnelle Maßnahmen:

  • Erstens darf es dem Onlinehandel nicht weiter erlaubt sein, neuwertige Produkte zu vernichten.
  • Zweitens müssen Waren, die nicht mehr verkauft werden können zum Beispiel über Sozialkaufhäuser verschenkt werden.
  • Drittens sollen die Produkte zumindest recycelt werden, wenn die ersten beiden Optionen nicht greifen, damit die Ressourcen dem Wertstoffkreislauf nicht entzogen werden.

Um das Spenden von retournierter Ware zu erleichtern, soll die Umsatzsteuer für gespendete Produkte erlassen werden.

Bundesregierung reagiert auf grüne Forderungen

Nach Veröffentlichung unserer Forderungen hat das Bundesumweltministerium eine Anpassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes angekündigt. Darin will es über eine Obhutspflicht der Vernichtung von Neuware entgegenwirken. Zudem werde eine Umsatzsteuerbefreiung für zurückgesandte Neuwaren geprüft, die als Sachspenden weitergegeben werden.

Wir werden den Gesetzgebungsprozess kritisch begleiten, um auf eine konsequente Umsetzung und einen bestmöglichen Interessenausgleich zwischen Umwelt, VerbraucherInnen und Wirtschaft hinzuwirken.