Textilproduktion Fair kleidet gut

Mit unserem Antrag Kleidung fair produzieren zeigen wir einen Weg auf, wie durch europäische Vorgaben faire Produktionsbedingungen für Textilien durchgesetzt werden können: Für Textilunternehmen, die in Europa oder für den europäischen Markt produzieren, sollen gesetzliche Transparenz- und Sorgfaltspflichten gelten. Sie sollen nachweisen müssen, wo und wie produziert wurde. Wie bei Lebensmitteln soll für Kleidung der gesamte Produktionsweg bekannt sein. Vor allem aber müssen die Unternehmen dafür sorgen, dass überall in der Kette internationale Arbeits- und Umweltschutzstandards eingehalten werden.

Steigende Nachfrage nach fairer Kleidung

Katastrophen wie der Fabrikeinsturz in Bangladesch haben das Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher verändert. So ist es acht von zehn Verbrauchern wichtig, dass Kleidung unter fairen Produktionsbedingungen produziert wird. Denn sie möchten nicht, dass für die Herstellung ihrer Kleidung Menschen unter unwürdigen und lebensbedrohenden Umständen arbeiten müssen. Zwei Drittel der befragten Verbraucher geben an, dass für sie die Rückverfolgbarkeit der Produktion eine wichtige Rolle spielt. Aber gerade bei Textilprodukten sind sie am wenigsten zufrieden mit den diesbezüglichen Informationen.

Transparenz in der Produktions- und Lieferkette

Die globale Produktions- und Lieferkette der Textilproduktion besteht aus vielen einzelnen Stufen. Um eine Verbesserung sozialer, menschenrechtlicher und ökologischer Bedingungen zu erreichen, braucht es vor allem Transparenz in der Produktions- und Lieferkette, die wir durch eine europäische Transparenzpflicht sicherstellen wollen.

Unternehmen müssen Sorgfaltspflichten einhalten

Die Unternehmen im Textilbereich sollen außerdem nachweisen, dass sie entlang ihrer Produktions- und Lieferkette Sorgfaltspflichten einhalten. Dazu zählen international anerkannte UN-Menschenrechte, die Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und internationale Umweltabkommen. Durch qualifizierte Zertifizierungssysteme muss die Einhaltung der Sorgfaltspflichten überprüfbar, kontrollierbar und sanktionierbar werden. Dabei dürfen kleine und mittelständische Textilunternehmen nicht überfordert werden. Ihre Kapazitäten und ihre Durchgriffsmöglichkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette müssen bei der Umsetzung der Transparenz- und Sorgfaltspflichten berücksichtigt werden.

Freiwillige Maßnahmen reichen nicht

Nationale Maßnahmen und freiwillige Selbstverpflichtungen allein reichen nicht aus, um die globale Textilproduktion zu verändern. Die Strategie der Bundesregierung, mit ihrem Textilbündnis komplett auf Freiwilligkeit und Verantwortung der Branche zu setzen, ist nicht aufgegangen. Immer noch sind die Bedingungen in großen Teilen der Textilindustrie geprägt von unsicheren Produktions- und unfairen Arbeitsbedingungen, von Menschenrechtsverletzungen und ökologischen Missständen. Und das Textilbündnis hat es nach zwei Jahren gerade einmal geschafft, dass die teilnehmenden Unternehmen sich selbst Ziele setzen und sich darauf verpflichten. Statt sich auf gemeinsame Ziele festzulegen, kann also jedes Unternehmen selbst entscheiden, wie ehrgeizig es an die eigenen Umsetzungsziele, sogenannte Roadmaps, herangeht. Zudem ist die Veröffentlichung der Roadmaps im ersten Jahr freiwillig.

Die Frage, ob freiwillige Maßnahmen ausreichend sind, wurden auch in der Bundestagsanhörung zu unserem Antrag am 30.11.2016 strittig diskutiert.

Grüne Forderung: lückenlose Rückverfolgbarkeit

Unser Ziel ist es, im Textilsektor genau wie im Lebensmittelrecht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit einzuführen. Es muss überprüfbar werden, wie Textilien produziert wurden, damit wir Verbraucher gut informierte Kaufentscheidungen treffen und uns bewusst für Kleidung entscheiden können, die fair, sicher und gesund ist.

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5 Kommentare
Oh die Textilwende
Gast***** 26.01.2017

Wieder ein Stück Transformation nach Mao

Antwort an Gast
Grüne Redaktion 26.01.2017

Hallo Herr Gast,

Sie wurden aufgefordert, sich nur noch kostruktiv auf der Website zu äußern. Dies ist kein Forum. Entweder Sie erklären Ihren Post oder er wird gelöscht.

Diskussion unerwünscht
h.g. 26.01.2017

Ich hoffe, es wird nicht als Beleidigung empfunden, wenn man aber dem Redaktionsteam einer
Partei noch Erklärungen liefern muss, kommt man ins Grübeln. Waren die Grünen nicht einst eine diskussionsfreudige Partei, so erwarten „Wir Grüne“, dass nunmehr jede Parteimeinung als Dogma
angesehen und als allgemeingültig betrachtet wird.

Seit wann muss man einen Post erklären? Nun gut dann mache ich es.
Gast***** 27.01.2017

Die Grünen haben selbst erklärt sie wollen die Gesellschaft transformieren / umbauen. Dazu gehören z.B.
- Energiewende
- Agrarwende
- "Willkommenskultur" (Bevölkerungswende???)
- Faire Kleidung (Textilwende???)
- Gender (Geschlechterwende???)
usw.
Diese Gesellschaft basiert aber auf Demokratie (Volksherrschaft) und Marktwirtschaft (Angebot und Nachfrage) und nicht auf Umbau von oben.
Die Gesellschaft umgebaut haben immer nur totalitäre Systeme z.B. unter Mao, Lenin, Stalin usw. Daher sollten die Grünen überlegen, ob sie den Umbau von oben (Transformation) anstreben, wenn sie eigentlich eine demokratische Partei sind. Ist das nun verständlich?

Eine weitere Erklärung
h.g. 27.01.2017

Eigentlich war die Vokabel "Transformation" bei ausreichenden Wissenstand, selbsterklärend. Entweder hat das Redaktionsteam hier einen gewissen Nachholbedarf, und/oder es vermutet ein Defizit bei seinen Lesern. Wer sich mit der Geschichte ausreichend beschäftigt hat, wird feststellen, dass sich vieles wiederholt. Dass die Grünen uns in allen relevanten Bereichen unseres Lebens in ihrem Sinne transformieren wollen, dürfte schon seit geraumer Zeit bekannt sein. Dies hat wohl Herr Gast in einem kurzen Satz, konstruktiv kritisierend, darlegen wollen. Ohne mich dem Verdacht auszusetzen, dass ich mich „in Rage schreiben“ zu will, meine ich, dass dem Grünen Redaktionsteam eine Wende guttun würde.

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