Textilproduktion Fair, sicher und gesund

Seit dem Einsturz des Textilfabrikgebäudes Rana Plaza, der am 24. April 2016 seinen dritten Jahrestag hat, stehen auch europäische Textilunternehmen in der Kritik – insbesondere jene, die bei ihren Produktionsprozessen nicht auf die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards achten.

Grüner Antrag

Mit unserem Antrag Kleidung fair produzieren wollen wir dafür sorgen, dass europäische und für den europäischen Markt produzierende Textilunternehmen gesetzliche Transparenz- und Sorgfaltspflichten erfüllen. Sie sollen ihre Produktions- und Lieferketten transparent machen und nachweisen, dass Sozial- und Umweltstandards bei der Textilproduktion eingehalten werden.

Steigende Nachfrage

Katastrophen wie der Fabrikeinsturz in Bangladesch haben das Bewusstsein der VerbraucherInnen verändert. So ist es acht von zehn VerbraucherInnen wichtig, dass Kleidung unter fairen Produktionsbedingungen produziert wird. Denn sie möchten nicht, dass für die Herstellung ihrer Kleidung Menschen unter unwürdigen und lebensbedrohenden Umständen arbeiten müssen. Zwei Drittel der befragten VerbraucherInnen geben an, dass für sie die Rückverfolgbarkeit der Produktion eine wichtige Rolle spielt. Aber gerade bei Textilprodukten sind sie am wenigsten zufrieden mit den diesbezüglichen Informationen.

Transparenz in der Produktions- und Lieferkette

Die globale Produktions- und Lieferkette der Textilproduktion besteht aus vielen einzelnen Stufen. Um eine Verbesserung sozialer, menschenrechtlicher und ökologischer Bedingungen zu erreichen, braucht es vor allem Transparenz in der Produktions- und Lieferkette, die wir durch eine europäische Transparenzpflicht sicherstellen wollen. Denn nationale Maßnahmen und freiwillige Selbstverpflichtungen allein reichen nicht aus, um die globale Textilproduktion zu verändern. Transparenz ist Voraussetzung, dass Fakten und Veränderungen sichtbar und messbar werden, sowohl für VerbraucherInnen als auch im Wettbewerb. Nur so können VerbraucherInnen, Unternehmen sowie Menschenrechts-, Umwelt- und Verbraucherorganisationen Veränderungen bewirken.

Unternehmen müssen Sorgfaltspflichten einhalten

Die Unternehmen im Textilbereich sollen außerdem nachweisen, dass sie entlang ihrer Produktions- und Lieferkette Sorgfaltspflichten einhalten. Dazu zählen international anerkannte UN-Menschenrechte, die Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und internationale Umweltabkommen. Durch qualifizierte Zertifizierungssysteme muss die Einhaltung der Sorgfaltspflichten überprüfbar, kontrollierbar und sanktionierbar werden. Dabei dürfen kleine und mittelständische Textilunternehmen nicht überfordert werden. Ihre Kapazitäten und ihre Durchgriffsmöglichkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette müssen bei der Umsetzung der Transparenz- und Sorgfaltspflichten berücksichtigt werden.

Grüne Forderung: lückenlose Rückverfolgbarkeit

Unser Ziel ist es, im Textilsektor genau wie im Lebensmittelrecht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit einzuführen. Es muss sichtbar werden, wie Textilien produziert wurden, damit wir Verbraucher gut informierte Kaufentscheidungen treffen und uns bewusst für Kleidung entscheiden können, die fair, sicher und gesund ist.

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