Gründerinnen fördern

Für mehr Frauen in der Wirtschaft

Illustration: Eine Frau hält ein Schild mit grünem Frauensymbol
Nur 15 Prozent der Startups werden von Frauen gegründet - und das liegt nicht an mangelnden Ideen. Es ist höchste Zeit, Hürden aus dem Weg zu räumen und unsere Wirtschaft vielfältiger, kreativer, krisenresilienter und damit insgesamt erfolgreicher zu machen. Gerd Altmann / Pixabay
22.02.2021
  • 85 Prozent der Startups werden von Männern, nur 15 Prozent von Frauen gegründet. Nicht, weil Frauen keine Ideen haben, sondern weil sie hohe Hürden auf ihrem Weg überwinden müssen.
  • Die Frage, wer Ideen zur Wirklichkeit werden lässt und als Chef*in Entscheidungen trifft, ist nicht egal. Bei der Förderung weiblicher Unternehmen geht es auch darum, neue wirtschaftliche Ideen und Geschäftsmodelle nach vorne zu bringen. Dass macht unsere Wirtschaft vielfältiger, kreativer, krisenresilienter und damit insgesamt erfolgreicher.
  • Damit mehr Frauen zu Unternehmensgründerinnen werden können, muss der Zugang zu Risikokapital einfacher werden, Beratung und Vernetzung gestärkt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden.

Die ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern ist ein Gebot des Grundgesetzes. Gleiche Chancen für Frauen und Männer sind aber auch notwendig für eine moderne, krisenresiliente Gesellschaft, sich flexibel an veränderte Situationen anpassen kann. Es braucht die unterschiedlichen Blickwinkel und Erfahrungen für gute Führung und ausgewogene Entscheidungen.

Frauen besser an den Start bringen

Klassische Netzwerke und Fördervergabeverfahren sind sehr männlich geprägt. 96 Prozent der Wagniskapitalfirmen werden ausschließlich von Männern geführt und das alte Thomas-Prinzip sorgt dafür, dass sie unter sich bleiben. Frauen kommen schwerer an Risikokapital, Rekrutierung und Aufstieg vollzieht sich in Deutschland noch immer viel zu sehr nach dem Ähnlichkeitsprinzip. Institutionelle Rahmenbedingungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Kinderbetreuung und Co. - sind vielerorts noch ausbaufähig.

Und so sind es in der Corona-Krise und bei wegfallenden Betreuungsarrangements auch insbesondere Gründerinnen, die in existenzielle Problemlagen kommen. All das führt zur anhaltenden Dominanz von (weißen Mittelschichts-) Männern in Führungspositionen oder bei der Entwicklung neuer Technologien und Produkten – oft eben auch mit einem ausschließlich auf stereotype „männliche Bedürfnisse“ geprägten Fokus.

Es ist höchste Zeit für eine faire Verteilung von Macht, denn die Frage, wer die Entscheidungen trifft, ist nicht egal. Wenn wir die Vielfalt unserer Gesellschaft in den Chef*innenetagen auch abbilden, wird das Land moderner, gerechter und krisenfester. Wir wollen mehr Gründerinnen für mehr Ideen, denn Vielfalt ermöglicht Innovation.

Dafür fordern wir:

  • Einen Fonds für weibliche Gründungen, der insbesondere Hightech-Startups oder Startups in Zukunftstechnologien fördert.
  • Mehr Frauen, die bei Gründungen beraten oder über Förderungen entscheiden. Bei öffentlichen Förderprogrammen (KfW Capital, EXIST, coparion, Hightech-Gründerfonds) soll es Vorgaben für den Frauenanteil innerhalb der Auswahlgremien geben. Durch die Förderung von Netzwerken und Veranstaltungen wollen wir die Sichtbarkeit von Investorinnen in VC Firmen, Family Offices und als Business Angels erhöhen.
  • Selbstständige beim Start zu unterstützen. Keine gute Idee soll an zu wenig Eigenkapital scheitern. Daher fordern wir eine einfache und unbürokratische Finanzierung. Das Gründungskapital wird als Einmalbetrag bis maximal 25.000 Euro am Anfang der Gründung ausbezahlt.
  • Bessere soziale Absicherung. In der Corona-Krise haben sich die Schwächen der derzeitig lückenhaften Einbindung von Selbstständigen in die sozialen Sicherungssysteme wie unter einem Brennglas gezeigt. Viele Selbstständige sind flexibel und innovativ, werden für die Transformation unserer Wirtschaft gebraucht, sind aber nur schlecht abgesichert. Das wollen wir grundlegend ändern und alle nicht anderweitig abgesicherten Selbstständigen in den Sozialversicherungssystemen absichern und damit auch die Lücke beim Mutterschutzgeld schließen.
  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung von Grundschulkindern und weiteren Anstrengungen beim Ausbau von Kitaplätzen zu erleichtern. Daneben wollen wir gezielt familienunterstützende Dienstleistungen fördern, wie z.B. für ergänzende individuelle Kinderbetreuung im ersten Lebensjahr des Kindes, bei Abendterminen oder haushaltsnahe Dienstleistungen.
  • Frauen mit an Board. Wer dabei ist, ist sichtbar: Bei Delegations- und Markterkundungsreisen, die von Ministerien organisiert werden, sollte die Parität das Ziel sein.