Boni begrenzen

Managergehälter am langfristigen Unternehmenserfolg orientieren

Ein Mann in einem Anzug schaut auf sein Smartphone
Nachhaltiges Wirtschaften macht Unternehmen wettbewerbsfähiger und steigert den Wohlstand der Gesellschaft. Deshalb fordern wir, die Vergütungen von Managern an den langfristigen Erfolg ihrer Unternehmen zu knüpfen und dabei ökologische und soziale Ziele zu berücksichtigen. pexels.com / rawpixel.com CC0
15.03.2019

Nachhaltiges Wirtschaften macht Unternehmen wettbewerbsfähiger und steigert den Wohlstand der Gesellschaft. Deshalb fordern wir in unserem Antrag, die Vergütungen von Managern an den langfristigen Erfolg ihrer Unternehmen zu knüpfen und dabei ökologische und soziale Ziele zu berücksichtigen.

Freiwillige Empfehlungen wirken nicht

Mit den freiwilligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ist es nicht gelungen, überhöhte Managerbezüge wirksam zu begrenzen und am langfristigen Erfolg des Unternehmens auszurichten. Zurzeit steckt der Kodex in einer Krise und seine Relevanz wird selbst von Wirtschaftsvertreterinnen hinterfragt. Wir finden: Ohne Verpflichtung wird es im Bereich Vergütungspolitik keine Bewegung geben. Viele Menschen empfinden die überhöhten Gehälter und Boni als unfair und ungerecht, besonders wenn Erfolge belohnt werden, aber Fehlverhalten häufig ungeahndet bleibt.

Für mehr Gerechtigkeit und Fairness

Wenn Erfolge weiterhin mit hohen Boni belohnt werden, Misserfolge aber auf die Allgemeinheit verlagert werden können, dann fördert dies kurzfristiges, risikoreiches Denken und Handeln in den Führungsetagen der Unternehmen. Wir wollen Chancen und Risiken wieder stärker zusammenbringen und solche Fehlanreize beseitigen. Dazu sollen Erfolgsbeteiligungen auf ein Viertel des Gesamtgehalts begrenzt, generell langfristig ausgerichtet und immer auch durch Beteiligungen an Verlusten ergänzt werden. Bis hin zu Rückzahlungen von bereits gezahlten Boni, für den Fall das Ziele massiv verfehlt werden.

Wir fordern die Mitfinanzierung von überhöhten Managerbezügen durch die Bürgerinnen und Bürger zu beenden. Denn die überhöhten Vergütungen gehen auch zu Lasten der Allgemeinheit. Weil sie als Betriebsausgaben absetzbar sind, schmälern sie das Steueraufkommen. Für mehr Gerechtigkeit fordern wir den Betriebsausgabenabzug für Jahresgehälter auf 500.000 Euro und für Abfindungen auf eine Million Euro zu deckeln. Bei Versorgungszusagen für die Altersvorsorge sollen diese nur bis zum Höchstbeitrag in die Gesetzliche Rentenversicherung steuerlich abziehbar sein.

Einkommensschere in den Unternehmen entgegenwirken

Fälle, in denen Vorstandmitglieder das Über-160fache des durchschnittlichen Lohns eines Facharbeiters erhalten, sorgen für soziale Spaltung. Wir fordern, dass Aufsichtsräte in ihrer Vergütungspolitik für das Unternehmen ein faires Verhältnis zwischen Vorstandsgehältern und den Einkommen der Belegschaft festlegen. Diese Relation soll als Teil der Vergütungspolitik auch den Anteilseignern zur Abstimmung vorgelegt werden und im Anhang des Jahresabschlusses veröffentlicht werden, um für mehr Transparenz zu sorgen.

Mit verbindlichen Regeln schaffen wir Fairness, stoppen die Mitfinanzierung durch Steuerzahlende und fördern eine sinnvolle Verknüpfung von nachhaltigem Unternehmenserfolg und Vergütung.