Jahreswohlstandsbericht 2017 Wahrer Wohlstand statt blindes Wachstum

Am 25. Januar werden Bundeskanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Gabriel den Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung vorstellen. Wie seit Jahrzehnten fokussiert der Bericht jedoch ausschließlich auf Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsentwicklung. Wir finden: Diese Zahlen zeigen nur die halbe Wahrheit über unseren Wohlstand.

Denn es ist nicht nur das Wachstum der Gesamtproduktion, das eine erfolgreiche Wirtschaft auszeichnet. Sie muss die Lebensqualität aller Bürgerinnen auch wirklich verbessern und darf ihre eigenen Grundlagen nicht zerstören, weder die sozialen noch die ökologischen. Wirtschaftswachstum auf Kosten von Mensch, Natur und Umwelt schafft keinen echten Wohlstand.

Will man wissen, wie sich der Wohlstand in Deutschland entwickelt hat, muss man also genauer hinschauen. Unser Jahreswohlstandsbericht tut dies. Mit ihm präsentieren wir eine neue Form der Wirtschaftsberichterstattung. Wohlstand schließt hier auch die sozialen und die ökologischen Potenziale mit ein. Ergebnis:

Unser materiell sehr hoher Wohlstand wird durch Umweltzerstörung, ungerechte Verteilung und vernachlässigte Investitionen untergraben. Wer nur auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) starrt, verfällt einer Illusion.

In den vergangenen elf Jahren unter unionsgeführten Regierungen haben sich wichtige ökologische, soziale und ökonomische Kennziffern verschlechtert. Der Wohlstandsbericht offenbart: Unser ökologischer Fußabdruck bleibt zu groß. Wir zerstören langfristig das, worin wir leben: unsere Umwelt. Die unionsgeführten Bundesregierungen haben an dieser Entwicklung nichts geändert, im Gegenteil: seit 2011 wird der Umweltverbrauch immer größer. Der Jahreswohlstandsbericht zeigt, wo wir stehen und dass wir dringend etwas ändern müssen.

Indikatoren des Jahreswohlstandsberichts 2017

Der Index zur Artenvielfalt und Landschaftsqualität hat sich seit 2005 ebenfalls deutlich verschlechtert. Er bildet den Zustand und die Veränderungen von Natur und Landschaft in Deutschland ab.

Die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung in Deutschland liegt seit 2007 auf konstant hohem Niveau und ist 2014 noch einmal auf ihren bisher höchsten Wert gestiegen. Unser Bericht misst sie am Verhältnis des Gesamteinkommens der reichsten 20 Prozent der Bevölkerung zu dem der ärmsten 20 Prozent.

Die Nettoinvestitionen - ein Maß des Produktionspotenzials der deutschen Volkswirtschaft - liegen seit 2005 auf niedrigem Niveau. Sowohl der Staat als auch Unternehmen investieren viel zu wenig.

Nur unser Bildungsindikator zeigt Verbesserungen. Darin zahlt sich die oft engagierte Politik auf Landesebene aus.

Mit unserem Wohlstandsbericht wollen wir neben ökonomischen auch ökologische, soziale und gesellschaftliche Entwicklungen anhand messbarer Kriterien darstellen. So zeigen wir, wo Dinge falsch laufen, die in den offiziellen Berichten der Bundesregierung nicht vorkommen, die die Menschen aber täglich erleben. Denn nur mit einem umfassenden und ehrlichen Bild können wir wirklich etwas für mehr und echten Wohlstand für alle tun.

Der Jahreswohlstandsbericht 2017

Wahrer Wohlstand statt blindes Wachstum

Mehr zum Thema Wirtschaft

Für diesen Artikel werden keine Kommentare mehr angenommen.

4401901