WildtiereFreiheit statt Zirkuszelt

Asiatischer Elefant, Yala Nationalpark, Sri Lanka
Wilde Tiere haben im Zirkus nichts zu suchen. Sie werden - anders als im Bild zu sehen - häufig in viel zu kleinen Gehegen und Käfigen gehalten und leiden unter den Transportbedingungen. Die Bundesregierung muss dem endlich ein Ende setzen.

Giraffen oder Nilpferde haben in einem Zirkus nichts zu suchen. Sie können dort schlicht nicht artgerecht gehalten und transportiert werden.

Der Bundesrat hat bereits vor über einem Jahr, am 18. März 2016, ein Verbot bestimmter Wildtierarten in Zirkusunternehmen gefordert. Seither steht die notwendige Gegenäußerung der Bundesregierung noch immer aus. Das grenzt an Arbeitsverweigerung. Hier wird der Wille der Länderkammer und eines Großteils der Bevölkerung dreist ignoriert.

Statt weiter mit politischen Scheuklappen durch die Welt zu laufen, muss Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich Farbe bekennen. Wir haben nachgefragt, warum die Bundesregierung untätig bleibt, und wie sie die Haltung von Wildtieren im Zirkus beurteilt. Die Antwort der Bundesregierung strotzt vor politischem Unwillen und Unwissenheit.

Manege frei von Tierquälerei

Wenn Minister Schmidt tatsächlich dafür sorgen will, dass es den Tieren besser geht, muss er den Beschluss des Bundesrates zügig umsetzen und die Haltung von Wildtieren im Zirkus verbieten. Doch stattdessen verweist die Bundesregierung auf angeblichen weiteren Prüfungsbedarf - wie lange denn noch?

Die Verhaltensstörungen der Tiere - wie das Weben von Elefanten -, zu wenig Platz und Beschäftigung sowie Probleme beim Transport sind längst bekannt. Der Bundesrat hat daher bereits zum dritten Mal ein Wildtierverbot gefordert. Das erste Mal im Jahr 2003, das zweite Mal 2011. Seither ist nichts passiert!

Neben einem Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus gehören auch das Zirkusregister und die Zirkusleitlinien auf den Prüfstand. Die Zirkusleitlinien stammen aus dem Jahr 2000 und sind deutlich veraltet. Wir fordern, dass sie dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst und verbindlich gemacht werden müssen. Ebenso behoben werden müssen die Mängel des Zirkusregisters, so dass es zu einer tatsächlichen Verbesserung des Vollzugs führen kann.

Doch auch hier steckt die Bundesregierung den Kopf in den Sand und weigert sich, für mehr Tierschutz und einen besseren Vollzug zu sorgen.

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