Kükenschreddern geht weiter

Küken dicht an dicht
Erst wenn die Küken geschlüpft sind, werden die männlichen Tiere geschreddert. Dabei gibt es Methoden um das Geschlecht bereits im Ei festzustellen. Auch die Weiterentwicklung des Zweinutzungshuhns muss vorangetrieben werden. Millionenfaches standardisiertes Kükenschreddern ist Missachtung des Tierschutzes.

Auf Anfrage der grünen Bundestagsfraktion bestätigt die Bundesregierung, dass das millionenfache Töten männlicher Küken weiter gängige Praxis ist.

Jahr für Jahr werden um die 45 Millionen männliche Küken am Tag des Schlüpfens getötet. Und das nur, weil sie in einer durchindustrialisierten Landwirtschaft keinen Nutzen haben, da sie keine Eier legen und nicht genügend Fleisch ansetzen, um mit konventionellen Masthähnchen mithalten zu können. Also werden sie am Tag des Schlüpfens bei lebendigem Leib getötet – durch Kohlendioxid-Gas oder in einem Häcksler.

Wir Grüne fordern die Entwicklung von Hühnerrassen zu unterstützen, die gleichzeitig Eier legen und Fleisch ansetzen können. Für die Übergangszeit müssen bezahlbare Anlagen zur Früherkennung des Geschlechts im Ei für alle Brütereien schnell verfügbar sein. Wir wollen eine Landwirtschaft, in der Tiere mit Respekt behandelt werden- und nicht wie Ausschussware behandelt werden.

In den vergangenen zehn Jahren wurden in Deutschland so über 420 Millionen männliche Küken getötet. Seit zwei Jahren verspricht Landwirtschaftsminister Schmidt, das Töten zu stoppen. Doch die bisher angekündigten Termine werden immer wieder verschoben. Und obwohl Minister Schmidt ankündigt hatte, dass Ende 2016 mit dem Kükenschreddern Schluss sein soll, ist nichts passiert.

Das Zweinutzungshuhn

Wir fordern die Bundesregierung auf, Forschungsprogramme zu fokussieren und noch weiter zu intensivieren, die die Züchtung eines Zweinutzungshuhns vorantreiben, bei dem die weiblichen Tiere eine gute Legeleistung zeigen und sich die männlichen Tiere zur Mast eignen.

Geschlechtsbestimmung im Ei

Außerdem brauchen wir endlich die Entwicklung praxistauglicher Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei für eine flächendeckende Anwendung in Brütereien. Dazu müssen Förderprogramme aufgelegt werden, um kleinen und mittelständischen Brütereien die Investition in technische Anlagen zur Geschlechter-Früherkennung im Ei zu erleichtern.

Die Grüne Bundestagsfraktion hatte dazu 2016 einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

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1 Kommentar
Wir sind nicht Burka, wir sind gesetzl. geschützte Tierquäler
Klaus Lachetta 13.05.2017

Niemand kann bestreiten, dass es in Deutschland tägl. 1000fach gesetzl. geschützte Tierquälerei gibt. Sinngem. steht der Bundestag deshalb bis zum Knie im Blut der gequälten Tiere. Er macht die Gesetze, die es ermöglichen, vor Gericht das "Recht" zum Schreddern von Küken u.Ä. einzuklagen. Die wortreichen u. inhaltsleeren "Argumente" für die tägl. Praxis der Folterknechte der Fleischwirtschaft erzeugen Übelkeit. Allen voran trägt Herr Sch. Verantwort. für Genehmigung u. Beschönigung von Gewalt u. Quälerei. Mit anderen beruft er sich auf christl. "Kultur" u. verbirgt sein Gesicht hinter einer Charaktermaske. Das tut man Christus u. uns nicht an. Dank f. einzelne hum. Abg. m. Würde!

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