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TierschutzKükentöten geht weiter

Küken dicht an dicht
Das Bundesverwaltungsgericht stellt mit seinem Urteil vom 13. Juni 2019 den Tierschutz über Wirtschaftsinteressen. Aber das Kükentöten bleibt zumindest vorerst erlaubt.

Es ist nach wie vor gängige Praxis: Männliche Küken von Legehennen werden am Tag des Schlüpfens getötet. Sie werden mit Kohlendioxid-Gas erstickt oder landen lebend in einem Häcksler. Sie sind in einer durchindustrialisierten Landwirtschaft nichts wert, da sie keine Eier legen können und nicht genügend Fleisch ansetzen, um mit konventionellen Masthähnchen mithalten zu können.

Kein vernünftiger Grund für das Kükentöten

Das Bundesverwaltungsgericht lässt mit seinem Urteil am 13. Juni 2019 leider das millionenfache Kükentöten weiterhin zu - zumindest vorläufig. In seinem Urteil stellt das Gericht allerdings klar fest, dass es für das Töten der männlichen Küken „nach heutigen Wertvorstellungen“ keinen vernünftigen Grund mehr gibt und die Belange des Tierschutzes schwerer wiegen als das wirtschaftliche Interesse der Brutbetriebe. Aber das Gericht urteilt gleichzeitig, dass die bisherige Praxis des Kükentötens jahrzehntelang hingenommen worden sei und man von den Brutbetrieben daher keine sofortige Umstellung verlangen könne.

Ende steht in den Sternen

Das Gericht bleibt die Antwort schuldig, ab wann die schreckliche Praxis des Kükentötens beendet werden soll. Die Große Koalition aus Union und SPD stellt ein Ende seit Jahren in Aussicht – um es dann immer wieder zu verschieben. Die Einführung der Alternativen schleppt sich hin. Nach Aussagen der Bundesregierung wurde die vorzeitige Geschlechtsbestimmung im Brutei 2018 nur bei ca 3,5 Prozent der Eier durchgeführt. Eier aus einer Haltung „ohne Kükentöten“ machen nur 0,4 Prozent der in Deutschland produzierten Eier aus.

Bundesregierung ist gefragt

Das Töten männlicher Küken muss endlich aufhören. Nach diesem Urteil ist umso mehr die Politik gefragt: Die Bundesregierung muss für diese unwürdige und unethische Praxis ein klares Verfallsdatum festlegen. Wir Grüne im Bundestag fordern, die Entwicklung von sogenannten Zweinutzungshühnern zu unterstützen: Hier dienen die weiblichen Tiere als Legehennen, die männlichen werden für die Fleischproduktion genutzt. Für die Übergangszeit muss eine Früherkennung des Geschlechts im Ei vorgeschrieben werden und für alle Brütereien schnell verfügbar gemacht werden. Wir wollen eine Landwirtschaft, in der Tiere mit Respekt und nicht wie Ausschussware behandelt werden.

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