TiertransporteMillionenfaches Tierleid auf der Straße

Ein Schwein beißt in die Gitterstäbe eines Transporters.

Etwa neun Millionen Schlachtschweine werden jährlich zwischen den EU-Mitgliedstaaten gehandelt. Und das häufig über große Strecken. Allein 2012 wurden über eine Million Schweine nach Portugal transportiert. Den Rindern geht es nicht besser. Über 300.000 Tiere verfrachteten Betriebe aus der EU 2012 in die Türkei, nach Libyen und Algerien. Lebend.

Dass sich diese Praktiken trotz der geringen Gewinnmargen in der Tiermast rentieren, liegt an den niedrigen Kosten für den Transport. Für die Niedrigkosten bezahlen die Tiere durch ihr Leid und nicht zuletzt die Bürger und Bürgerinnen durch ihre Steuern für die Straßenschäden.

Das Gutachten, das wir beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages in Auftrag gegeben haben, macht zweierlei deutlich. Erstens: Die EU-Verordnung, die die Bedingungen für die Transporte regelt, ist viel zu lasch. Ein 100 Kilogramm schweres Schwein hat nicht einmal 0,5 Quadratmeter Platz. Und Rinder dürfen bis zu 29 Stunden am Stück transportiert werden. Zweitens: Kontrollen finden zu selten statt, verhängte Strafen sind lachhaft. Wenn bei über 60 Prozent der festgestellten Verstöße lediglich der Zeigefinger mahnend gehoben wird, freuen sich die Ertappten und die Tiere auf der Ladefläche leiden weiter.

Für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag ist klar: Tiere sind Mitgeschöpfe. Wenn wir sie züchten, aufziehen und mästen um ihr Fleisch zu essen sind wir verpflichtet, sie vor einem qualvollen Leben zu bewahren. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für eine ausnahmslose Maximaltransportdauer von acht Stunden einzusetzen. Schon seit Jahren setzen wir uns außerdem dafür ein, die Transportdauer national auf vier Stunden zu beschränken. Zusätzlich wollen wir, dass die Bundesregierung die Kontrollen drastisch verschärft und Sanktionen wirkungsvoll einsetzt.

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1 Kommentar
mehr tierschutz
wilma levermann 26.10.2014

Ich wilma levermann möchte das die tiere mehr geschütz werden und besser behandelt werden.mit freundlichen wilma levermann

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