TierschutzTierschutz stärken – Tierleid beenden

Zahllose Masthaehnchen in Intensivhaltung dicht gedraengt und verwahrlost in einem Stall.
Nichts aber auch gar nichts hat Bundesminister Christian Schmidt für den Tierschutz getan. Die grüne Bundestagsfraktion hat am 20.06.2017 einen Fraktionsbeschluss gefasst. Hier stehen die zu ergreifenden Maßnahmen.

Vor 15 Jahren haben wir gemeinsam mit Tierschutzorganisationen geschafft, den Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern. Ein großer Erfolg. Doch seither ist viel zu wenig passiert. Die Jahre von 2005 bis 2017 waren verlorene Jahre für den Tierschutz.

Christian Schmidt ist als Minister ein Totalausfall. Leidtragende sind auch die Tiere in Deutschland. Noch immer werden männliche Küken direkt nach dem Schlupf geschreddert oder vergast. Puten brechen unter ihrem eigenen Gewicht zusammen. Elefanten müssen unnatürliche Kunststückchen im Zirkus aufführen und Millionen von Tieren werden in deutschen Versuchslaboren „verbraucht“.

Das Versprechen von Christian Schmidt, dass es den Tieren am Ende dieser Legislaturperiode besser gehen soll als zu Beginn seiner Amtszeit, hat er klar gebrochen. Sein Credo der „freiwilligen Verbindlichkeit“ ist gescheitert. Sein groß angekündigtes Tierwohl-Label ein Rohrkrepierer.

Die grüne Bundestagsfraktion hat einen Fraktionsbeschluss für mehr Tierschutz gefasst:

Massentierhaltung beenden

Tiere brauchen mehr Platz und Auslauf, Licht und Beschäftigung – keine Amputationen und Qualzucht. Kälber sollen ihre Hörner und Schweine ihre Ringelschwänze behalten. Statt Küken zu schreddern, setzen wir auf Zweinutzungsrassen und ein Bundesprogramm Nachhaltige Zucht. Tiertransporte innerhalb Deutschlands wollen wir auf höchstens vier Stunden beschränken und Akkordarbeit und Entlohnung nach Stückzahl am Schlachthof beenden.

Klare und verständliche Tierhaltungskennzeichnung

Statt freiwilliger Wischi-Waschi-Label setzen wir auf eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung. Was sich bei den Eiern bewährt hat, soll auch für Fleisch und Milch gelten. Die Ziffern 0 bis 3 sollen Verbraucherinnen und Verbraucher darüber informieren, ob sie Milch oder Fleisch von einer Kuh kaufen, die auf der Weide gegrast hat oder von einer, die das Sonnenlicht nie zu Gesicht bekam.

Starke Strukturen für mehr Tierschutz

Dazu gehört ein bundesweites Verbandsklagerecht, die Berufung eines oder einer Bundestierschutzbeauftragten und ein effektiverer Vollzug. Das Tierschutzgesetz wollen wir gründlich überarbeiten, so dass es diesen Namen auch verdient!

Tiere nicht weiter wie Ramschware behandeln

Gewerbliche Tierbörsen für Wildtiere und den Verkauf von Wildfängen über Tierbörsen wollen wir untersagen. Auch wenn sie noch so süß aussehen, manche Tierarten passen einfach nicht ins Wohn- oder Kinderzimmer.

In Positivlisten wollen wir die Tierarten benennen, die privat gehalten werden können. Den Verkauf und insbesondere Versand über Online-Portale lehnen wir entschieden ab und setzen uns dafür ein, dass dies wirksam unterbunden wird.

Freiheit statt Zirkuszelt

Giraffen, Nashörner oder Elefanten haben in einem Zirkus nichts zu suchen. Eine artgerechte Unterzubringen und Transport sind in der Regel schlicht nicht möglich. Wie der Bundesrat wollen wir, dass Wildtiere nicht mehr im Zirkus gehalten werden dürfen.

Auch die hochintelligenten Delfine können in Deutschland nicht artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden. Deshalb setzen wir uns für ein Ende der Delfinhaltung in Delfinarien ein.

Qualzuchten wirksam beenden

Obwohl Qualzuchten eigentlich per Tierschutzgesetz verboten sind, greift das Verbot in der Praxis nicht. Bekannteste Beispiele sind solche Hunde, die wegen ihrer verkürzten Schnauze nicht mehr richtig atmen können oder Nacktkatzen, denen die zur Orientierung notwendigen Tasthaare fehlen. Oder in der Landwirtschaft die nach vorn umkippenden Puten oder Kühe mit überzüchteten Eutern. Wir wollen das Tierschutzgesetz konkretisieren, so dass Zucht und Haltung aber auch Ausstellung und Prämierung von Qualzuchten endlich der Vergangenheit angehören.

Tierleid beenden – Tierversuche ersetzen

Wir wollen Tierversuche konsequent reduzieren und schnellstmöglich überflüssig machen. Während die Forschung an Tieren jährlich mehrere Millionen staatliche Mittel erhält, müssen alternative Methoden mit nur wenigen Millionen auskommen. Das wollen wir ändern und innovativen tierversuchsfreien Technologien endlich zum Durchbruch verhelfen.

Wir wollen eine Gesamtstrategie zum Ersatz von Tierversuchen mit klaren Maßnahmen, Ziel- und Zeitvorgaben ­– wie die Niederlande es bereits vormachen. Dazu gehört für uns auch eine Überarbeitung des Tierschutzgesetzes, um die EU-Vorgaben richtig in Deutschland umzusetzen.

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1 Kommentar
Augenwischerei
Bernd 19.07.2017

Diese Propaganda besonders gegen "Haustiere" ist doch bloße augenwäscheri und spricht sicherlich gut die breiten massen an. Wie fast jedes Thema, das für außenstehene eine leichte kost bietet.
Jedoch wird grad von ihrer "tierschutz-partei" die eigentliche Wurzel allen Übels - die habitatzerstörung und die unwiederbringliche Auslöschung von arten und Ökosystemen aus den Augen verloren bzw. Durch wirtschaftliche Interessen - politik- und/oder machtgeilgeit sogar noch bestärkt und vorangetrieben! Hobbyisten und Enthusiasten sind nicht der grund für ein leid der tiere in Gefangenschaft! Eher halten sie unglaubliches Refugium an arten, welche durch Mangel an Lebensraum vorm aussterben stehen!

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