PKW-MautEin Minusgeschäft für den Tourismus

Ein Maut-Schild an einer Zufahrtstraße zum Warnowtunnel in Rostock

Die CSU-Maut wird sich nicht rechnen. Die von Verkehrsminister Dobrindt ohnehin ausgesprochen optimistisch prognostizierten Mehreinnahmen in Höhe von 600 Millionen Euro werden mit deutlichen Umsatzrückgängen im Tourismusbereich einhergehen. Denn zu erwarten ist: Viele europäische Nachbarn werden von einer Reise mit dem Auto oder Wohnmobil nach Deutschland künftig absehen. Finanzpolitisch ist dies ein Nullsummenspiel. Von den Konsequenzen für die klein- und mittelständisch geprägte Tourismuswirtschaft in den Grenzregionen und dem Imageschaden für das Reiseland Deutschland einmal ganz zu schweigen. Viele regionale Industrie- und Handelskammern, insbesondere in den Grenzregionen Deutschlands, laufen deswegen seit Wochen gegen die Maut-Pläne der schwarz-roten Koalition Sturm.

Weil die Bundesregierung trotz mehrfacher Aufforderung nicht bereit war zu den Auswirkungen der CSU-Maut Stellung zu beziehen, hat die grüne Bundestagsfraktion Fachleute des Kieler Forschungsinstituts NIT beauftragt, das Maut-Minusgeschäft zu untersuchen. Die aktuelle Studie des Forschungsinstituts legt Szenarien zu den erwarteten Umsatzeinbrüchen durch ausbleibende Auto-Reisen vor und beziffert die möglichen Schadenssummen:

Alleine im Jahr 2012 kamen insgesamt 9,6 Millionen Auto- oder Wohnmobil-Urlaubsreisen aus den Nachbarländern Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg in die Bundesrepublik. 2,7 Milliarden Euro werden durch diese Urlaubergruppe jährlich in Deutschland ausgegeben – im Durchschnitt 284 Euro pro Reise. Sollte es, wie von Tourismusexperten erwartet, zu einem deutlichen Rückgang von Auto-Reisen nach Deutschland in Folge der Einführung der diskriminierenden CSU-Maut kommen, muss mit Umsatzeinbußen zwischen 273 Millionen Euro (Rückgang von zehn Prozent) und 136 Millionen Euro (Rückgang von fünf Prozent) gerechnet werden.
Wir sagen: Wenn ein politisches Vorhaben mehr Kopfschmerzen verursacht, als es an finanzieller Linderung verspricht, gehört es gestoppt!

Mehr zum Thema Tourismus

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4393137