LichtverschmutzungBericht Fachgespräch (Beispiel)

Der Sternenhimmel über einem Feld im Oderbruch in Brandenburg
  • Text von 2.000 bis 3.000 Zeichen
  • Inhaltlich orientiert an den „W-Fragen“: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Der Text soll eine Zusammenfassung der Veranstaltung sein, keine Auflistung aller Referenten mit ihren Thesen. Zur Auflockerung kann man ggf. Zitate von den wichtigsten AkteurInnen einstreuen. Wichtig: Immer ein Fazit schreiben! Was nehmen wir davon mit in die weitere Arbeit? Gibt es konkrete Folgeaufträge? etc.
  • Stil: in erlebter Rede formulieren, in Bildern erzählen, KEINE indirekte Rede, KEIN Konjunktiv, Framen nicht vergessen!
  • Medien: Bildergalerie, nur wenn gute Fotos vorliegen. Gute Motive lassen sich bei besonderen Aktionen o.ä. schießen. Eine Bildergalerie mit ReferentInnen und Menschen, die an Tischen sitzen, ist nicht aussagekräftig. Das Einstellen von Vorträgen oder PPP ist urheberrechtlich nicht möglich. Falls vorhanden bitte Drucksachennummern auf grüne Initiativen und/oder Links mitliefern.

Und so geht's (Beispieltext)

Soll Goethe auf dem Sterbebett noch "Mehr Licht!" gefordert haben, wird heute das künstliche Licht zunehmend zu einem Problem. Mit immer helleren Lichtglocken über unseren Städten rückt die Lichtverschmutzung in die öffentliche Wahrnehmung. Nächtliches Licht bringt die Schlaf- und Wachphasen des Menschen durcheinander. Zugvögel verlieren in den Lichtern der Großstädte die Orientierung. Die Anzahl der sichtbaren Sterne und Sternbilder sinkt. Nicht zuletzt verursacht unnötiges Licht eine gewaltige Stromverschwendung. Diese und viele weitere Aspekte waren Anlass für ein Fachgespräch der grünen Bundestagsfraktion zur Lichtverschmutzung.

So berichtete Dr. Andreas Hänel, Leiter der Fachgruppe Dark Sky des Vereins der Sternenfreunde, zum Beispiel über die abnehmende Sichtbarkeit des Sternenhimmels. Und das beklagen nicht nur für Astronomen oder Liebespaare, auch der kulturelle Verlust ist dabei nicht außer Acht zulassen, sagt Hänel. Er sieht eine Reihe technischer Möglichkeiten, die Straßenbeleuchtung und Gebäudebeleuchtung effizienter zu gestalten und Licht zu sparen. Andere Staaten und Regionen sind Deutschland bei der Vermeidung von Lichtverschmutzung weit voraus.

Falsches Licht schädigt Gesundheit und biologische Vielfalt

Zuviel Licht ist aber nicht nur schlecht für Sterne und Liebespaare, falsches Licht schädigt auch die Gesundheit und die Natur. Dieter Kunz, Leiter der AG Schlafforschung und Klinische Chronobiologie, brachte neueste Erkenntnisse aus dem Bereich Schlafforschung mit. Statistiken belegen die enorme Abhängigkeit des menschlichen Tagesrhythmus und seiner Leistungsfähigkeit vom Licht. Falsches Licht kann also krank machen. Das hat zur Folge, dass wir ganz neu über die Beleuchtungen in Schulen, Arbeitsstellen und nicht zuletzt auch zu Hause nachdenken müssen.

Und auch der Tierwelt geht wohl inzwischen viel zu oft ein Licht auf. Professor Gerhard Eisenbeis aus Mainz belegte den Einfluss des künstlichen Lichts auf die Artenvielfalt und Populationsstärken, insbesondere von Insekten. Licht zieht zahlreiche Tiere in seinen Bann, schwächt oder vernichtet sie. Untersuchungen zeigen, dass Leuchtdioden (LED) sehr viel insektenfreundlicher als alle anderen Lampen sind.

Gesetzliche Regelung für Grenzwerte von Licht gefordert

Wie gehen wir also mit unserem reichhaltigen Licht um? Und was können wir von politischer Seite tun? Der Bund kann nur in Grenzen tätig werden. Das erläuterte Elisabeth Meyer zu Rheda vom Bundesumweltministerium. Die grüne Bundestagsfraktion schlägt eine "Technischen Anleitung Licht" vor, die die Lichtemissionen im öffentlichen Raum regelt. Auf kommunaler Ebene könnte man darüber hinaus mit sogenannten Lichtplänen arbeiten. Anna Hüger vom Stadtplanungsamt Karlsruhe berichtete dazu im Rahmen des Fachgeprächs über ihre Erfahrungen in Karlsruhe.

Fazit

Lichtverschmutzung kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber um effektiv zu handeln, wissen wir noch zu wenig. Wir Grüne im Bundestag werden uns für mehr Forschung in diesem Bereich einsetzen. Darüber hinaus werden wir darauf drängen, die Handlungsstränge von Kommunen, Ländern und Bund zum Thema Lichtsmog zu bündeln. 

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