Global Soil WeekBoden nicht mit Füßen treten

Let's Talk About Soil - German from IASS Vimeo Channel on Vimeo.

This animated film tells the reality of soil resources around the world, covering the issues of degradation, urbanization, land grabbing and overexploitation; the film offers options to make the way we manage our soils more sustainable.

For more information visit www.globalsoilweek.org

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Credits:
Director: Uli Henrik Streckenbach (www.uhsless.de)
Design: Uli Henrik Streckenbach, Ronny Schmidt (www.roschroom.com)
Modelling: Ronny Schmidt, Uli Henrik Streckenbach
Character Rigging: Maik Lochmann
Animation: Uli Henrik Streckenbach, Ronny Schmidt
Scarecrow Artist: Andrea Abendroth
Concept: Uli Henrik Streckenbach

Music and Sound Design: Marcus Illgenstein (www.illgenstein.de)
German Voice: Hilmar Eichhorn
Voice-over Recording Engineer: Sebastian Heyser
Foley Artist: Martin Langenbach, Metrix Media
Foley Recording Engineer: Christoph Wieczorek, Metrix Media

Foleys recorded at Metrix Media.
Voice-over recorded at VSI Verlin.

Land und Böden werden immer knapper. Das bedeutet, dass wir eine der wichtigsten Lebensgrundlagen schwinden sehen. Kein Brot auf dem Teller ohne Boden. Denn kein landwirtschaftlicher Anbau ist ohne gesunde und fruchtbare Böden möglich, die Lebensmittelproduktion ist auf Nährstoffe aus dem Boden angewiesen. Außerdem wird unser Trinkwasser vom Boden gefiltert. Das Klima wird vom Boden mit geregelt und der natürliche Kreislauf von unzähligen Organismen im Boden mitbestimmt.

Durch falsche Nutzung beziehungsweise Übernutzung verlieren wir weltweit 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Boden jährlich. In Deutschland allein versiegeln wir täglich 77 Hektar Boden mit Asphalt oder Beton für den Ausbau von Städten oder Straßen. Das entspricht der Größe von mehr als hundert Fußballfeldern.

Ausgerechnet die Landwirtschaft, die auf fruchtbare Böden angewiesen ist, holt mit Pestiziden, Mineraldüngern und großen Maschinen noch das letzte aus den Böden raus. Sie degradiert ihn bis zur Unkenntlichkeit und verantwortet die Verlust wesentlich mit.

Besonders problematisch ist der übermäßige Einsatz von Gülle. Deshalb hat die Europäische Kommission aufgrund der Nicht-Einhaltung der EU-Grenzwerte für Nitrate in Gewässern ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Die Folge für den Boden ist eine Eutrophierung. Das heißt, er ist mit Stickstoff überversorgt und die natürlichen Ökosysteme brechen zusammen.

Gesunde Böden sind wertvoll und Bodenschutzpolitik sollte daher auch in Deutschland stärker in den Fokus gerückt werden. Schnell regenerieren können die Böden nämlich nicht: Für eine dünne Schicht fruchtbaren Bodens braucht es mehrere tausend Jahre.

Nahrungsmittel, Futtermittel und auch die Biomasse für Treibstoffe konkurrieren alle um fruchtbare Böden. Großkonzerne kaufen ganze Landstriche auf. Kleinbauern verlieren ihr Land, insbesondere dort, wo Landrechte nur unzureichend geregelt sind.

Europa ist der Kontinent, der für seinen Lebensstil, seine Agrarindustrie und seinen Energiehunger am meisten von Land außerhalb seiner Grenzen abhängig ist. In anderen Worten, wir in Europa leben von den Böden anderer. Das Konsummuster der EuropäerInnen ist mit den in Europa verfügbaren Flächen gar nicht mehr zu stemmen. 60 Prozent der dafür benötigten Flächen liegen außerhalb der EU. Soja wird in Argentinien angebaut und landet in Rindmägen für Steak und Burger. Indonesisches Palmöl findet sich unter anderem in unserem Shampoo oder unserer Schokolade wieder.

Ohne fruchtbare, nachhaltig genutzte und gerecht verteilte Böden landen wir in der Sackgasse. Die grüne Bundestagsfraktion will die ausufernde Versiegelung von Böden stoppen und wir kämpfen für eine Agrarwende.

Mehr über die Bedeutung des Bodens zum Beispiel als CO2-Speicher lesen Sie im Bodenatlas. Alle, die lieber Video mögen, können rechts auf das Bild klicken, um den Film des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) zu starten.

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1 Kommentar
Biomasse
Gast 04.05.2015

"Nahrungsmittel, Futtermittel und auch die Biomasse für Treibstoffe konkurrieren alle um fruchtbare Böden"

Ja seitdem es "Grüne Ideen" gibt. Vorher nicht.

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