FeinstaubDicke Luft aus Baumaschinen

Feinstaubemissionen führen zu Atemwegs-, Herz- und Lungenkrebserkrankungen, die sich mittlerweile allein für den Feinstaub PM10 auf rund 47.000 Todesfälle in Deutschland im Jahr summieren. Besonders im städtischen Umfeld ist die Feinstaubelastung häufig viel zu hoch. Einen erheblichen Anteil daran tragen Baumaschinen. Das musste nun auch die Bundesregierung einräumen. Die grüne Bundestagsfraktion hatte am 4. Juni 2014 einen Fragekatalog eingereicht, der nun von der Bundesregierung beantwortet worden ist. Demnach entsprechen die Emissionen des Feinstaubs PM10 (Lungengängige Feinstaubpartikel mit einem Partikeldurchmesser weniger als 10 Mikrometer) aus Baumaschinen der Hälfte der Emissionen des Straßenverkehrs in Städten und einem Fünftel der Emissionen aus motorischer Verbrennung des gesamten Straßenverkehrs in Deutschland.

Feinstaubbelastung im städtischen Bereich ist zu hoch

Weiterhin geht aus der Antwort der Bundesregierung hervor, dass die der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Leitwert an keiner Station im städtischen Bereich eingehalten wird. Die betrifft sowohl den Jahresluftgüteleitwert (10 µg/m3) als auch der Tageswert von 50 µg/m3. Dabei deutet die bestehende Studienlage darauf hin, dass eine Schwelle, unterhalb derer keine gesundheitsabträglichen Wirkungen mehr zu erwarten sind, nicht existiert.

Gesundheitliche Auswirkungen und lasche Grenzwerte in Deutschland

Aufgrund der Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub rät die WHO für die Partikelgröße PM2,5 (Feinstaubpartikel mit einem Partikeldurchmesser weniger als 2,5 Mikrometer, diese gelangen bis in die Lungenbläschen) zu härteren Grenzwerten. Dennoch weicht der seit 2010 in Deutschland gültige Zielwert für Feinstaub PM2,5 von der Empfehlung der WHO ab und muss als Grenzwert erst ab dem 1. Januar 2015 eingehalten werden. Dies hat zur Folge, dass Empfehlung der WHO für einen Jahresgrenzwert von 20 ?g/m3 wurde 2013 von rund 51 Prozent der Messstationen in Deutschland nicht eingehalten.

Baumaschinen als relevante Quelle entlarvt

Baumaschinen tragen im erheblichen Maße bei zur Belastung bei und stellen laut Aussage der Bundesregierung eine relevante Quelle von Feinstaubemissionen dar. Sie tragen durch ihre punktuellen Belastungen (Hotspots) zur Überschreitung von Feinstaub-Grenzwerten bei. Es ist daher dringend geboten die Feinstaubemissionen wirksam zu reduzieren und einen Anreiz für die Nutzung emissionsarmer Baumaschinen zu setzen.

Anreize für emissionsarmen Baumaschinen setzen

Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung ihrer Pflicht zum Schutze der Bevölkerung nachkommt und Anreize für saubere Baumaschinen setzt. So könnte zum Beispiel die Regelung zu Umweltplaketten auf Baumaschinen ausgeweitet wird. Eine weitere Möglichkeit wäre, öffentliche Aufträge nur noch an solche Bauunternehmen zu vergeben, deren Maschinenpark entsprechend ambitionierte Grenzwerte einhält.

Länder wie Schweden oder die Schweiz machen es bereits vor, dort werden Bau- aber auch Schienenfahrzeuge nur mit gefilterten Dieselmotoren eingesetzt.

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