Interaktive Karte zur LuftqualitätDicke Luft in deutschen Städten

Ein Fahrradfahrer fährt zwischen Autos und trägt eine Schutzmaske
Autokanzlerin Merkel und Beton-Minister Dobrindt müssen endlich dem Schutz der Gesundheit Vorfahrt geben. Wie schlimm die Schadstoffbelastung der Luft in deutschen Städten ist, zeigt unsere interaktive Karte.

Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) ist in diesen 43 deutschen Städten am höchsten. In der Antwort auf unsere Kleine Anfrage hat die Bundesregierung jetzt die 43 Städte mit der höchsten Belastung benannt. Im Extremfall liegen die an den betreffenden Stationen gemessenen NO2-Werte doppelt so hoch wie erlaubt. Betroffen sind Kommunen im gesamten Bundesgebiet von Aachen über München bis Wiesbaden. Ursache der Schadstoffbelastung sind vor allem die Autoabgase. Auch andere Schadstoffe werden in bedenklich hohen Mengen gemessen. Welche Werte in welchen deutschen Städten gemessen wurden, zeigt unsere interaktive Karte:

Merkel muss handeln

Angesichts der alarmierenden Messwerte ist die Tatenlosigkeit der Regierung unfassbar. Bundeskanzlerin Merkel spielt mit der Gesundheit der Menschen. Seit Jahren gibt es kaum Fortschritte bei der Reduzierung der Luftschadstoffbelastung in deutschen Städten. Das hat sich auch durch den Abgasskandal nicht geändert.

Die Bundesregierung stellt sich weiterhin schützend vor die Autoindustrie. Verkehrsminister Dobrindt hat sich bei der nicht funktionierenden Abgasreinigung im Wegschauen geübt und vermeidet auch jetzt noch jegliche Konsequenzen – zum Beispiel wirksame Nachrüstungen für Dieselautos. Er ist untragbar geworden.

Saubere Luft für Deutschland

Was wir jetzt brauchen, beschreibt unser Aktionsprogramm „Saubere Luft für Deutschland“ und eine Mobilitätswende bis hin zum Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor 2030. Mit einer blauen Plakette für Fahrzeuge, die wenige Stickoxide ausstoßen, könnten Städte den Verkehr in ihrer Umweltzone viel besser steuern. Zusätzlich braucht es eine Investitionsoffensive im öffentlichen Verkehr, die Einführung eines MobilPass für alle und eine konsequente Förderung des Radverkehrs. Nur so erreichen wir unsere Klimaziele und können die Gesundheit der Menschen in unseren Städten schützen.

Keine Verbesserung in Sicht

Bereits im vorletzten Jahr musste die Bundesregierung auf unsere Anfrage hin gravierende Grenzwertüberschreitungen im Jahr 2013 zugeben. Seitdem hat sich fast nichts verbessert. Die Ozon-Konzentration hat sich sogar leicht erhöht. Lediglich die Feinstaub-Belastung ging leicht zurück, so dass die Grenzwerte eingehalten werden. Doch diese liegen deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO-Werte für Luftqualität werden in keiner der genannten Städte eingehalten. Feinstäube führen zu Allergien, Asthma und Herz-Kreislauferkrankungen.

Tagesaktuelle Daten der Messstationen (Internetseiten der Bundesländer)

Wir haben auf der Karte entsprechend der Antwort der Bundesregierung die Messstationen aufgelistet, die die höchsten Werte mit Stickstoffdioxid (NO2) im Jahr 2016 meldeten. Stickstoffdioxid reizt und schädigt die Atmungsorgane. Bei Menschen stehen Stickoxide unter anderem im Zusammenhang mit Herz-, Kreislauf- und Lungenerkrankungen. Laut der europäischen Umweltagentur sind in Deutschland über 10.000 vorzeitige Todesfälle auf Stickstoffdioxid zurückzuführen. Eine Gesamtkarte mit allen Messstationen und allen Luftwerten ist auf der Seite des Umweltbundesamtes zu finden.

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4 Kommentare
Hamburg
Sven Anders 14.08.2017

Der Luftreinhalteplan wurde gerade in Hamburg unter grüner Beteiligung abgeschlossen und sieht sehr wenig konkretes um die Verpestung zu beenden

Ursache und Wirkung...
Gast 16.08.2017

Viele würden gerne an ihrem Heimatort arbeiten und viele würden auch gerne einheimische Produkte beziehen anstatt Waren die 3x durch die ganze Welt kutschiert wurden um hergestellt zu werden. Aber die Grünen wollen unbedingt die Globaliserung und ein "vereintes Europa" mit der Folge des heutigen hohen Transportaufkommens. Nun jammern sie über die Schadstoffe herum aber von ihrem Eine Welt Fanatismus wollen sie auch nicht abrücken.

Umweltplakette
azdoro 17.08.2017

warum habe ich eigentlich vor Jahren eine Umweltplakette gekauft und
1. bin ich noch nie kontrolliert worden
2. Warum werden Handwerker und Vertreter vorgeschoben, wenn es darum geht, Feinstaub nicht zu redzieren? Die fahren doch ungeniert durch halb Europa, weil sie mit Diesel billiger fahren
3. Warum dürfen die großen Speditionen ihre in Deutschland nicht zulässigen LKW im europäischen !!! Ausland wieder anmelden und dann wieder über deutsche Autobahnen brausen und dann auch noch extraschwere Unfälle verursachen
4 ADD Blus sollen die neuen Diesel benutzen, aber die Strafen sind so gering, dass es für die Firmen viel billiger ist, ohne zu fahren. Wo bleicbt der Gesetzgeber? Auf Wahlkämpfen

Tempolimit
Manfred Zimmer 21.08.2017

Warum wird nicht in der jetzigen Situation mit den Dieseln ein Tempolimit auf den Autobahnen auf den Tisch gebracht? Es sind doch die Dieselfahrer, die mit Vollgas über die Autobahn jagen. Und mit Sicherheit sind dann alle schadstoffmindernden Mechanismen im Motor abgeschaltet, um diesen "zu schonen". Also Schadstoffmaximierung?
In meinen Augen hat die Politik hier versagt. Man schaut lieber weg, als die Autoindustrie in die Schranken zu weisen. Und diese Herren an der Spitze sind so arrogant, sie sagen, ein Hardware-Nachrüstung bringt nicht den erwarteten Nutzen. Aber die Software-Lösung ist die richtige. Wenn das so einfach ist, warum hat man dann die Mogelsoftware entwickelt?????

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