ObsoleszenzGeräte könnten länger leben

Das Handy funktioniert noch, aber der Akku muss stündlich aufgeladen werden. Die elektrische Zahnbürste hat keine Kraft mehr. Beides könnte schnell behoben werden, wenn der Akku austauschbar wäre. Viele Hersteller planen, dass ihre Produkte nur eine geringe Lebensdauer haben und dann weggeworfen und neu gekauft werden müssen. Die Obsoleszenz widerspricht der Nachhaltigkeit. Das ist nicht im Sinn von Umwelt- und Verbraucherschutz.

Eine Studie des Umweltbundesamtes zum geplanten Verschleiß zeigt, dass viele Produkte eine immer kürzere Lebensdauer haben. So stieg beispielsweise der Austausch von Haushaltsgroßgeräten von 2004 bis 2013 um nahezu 5 Prozent an. Die Studie zeigt auch, dass ein Drittel der Befragten mit der Lebensdauer der Geräte unzufrieden waren. Angesichts der fatalen Auswirkungen auf die Umwelt sind die Empfehlungen aus dem Gutachten zu begrüßen. Diese bestätigen die Position der Grünen für eine längere Lebensdauer und bessere Reparierbarkeit von Produkten. Wir sollten den Trend zu immer kürzerer Lebensdauer von Geräten stoppen. Denn unser Wegwerf-Konsum verschwendet Rohstoffe und schadet der Umwelt.

Was unternimmt die Bundesregierung?

Die Hersteller sollten ihre Geräte so gestalten, dass sie möglichst lange halten, reparaturfähig und am Ende des Lebenszyklus einfach und möglichst vollständig verwertbar sind. Eine Möglichkeit hierfür gesetzliche Regelungen einzuführen hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr verpasst, als sie das Elektrogesetz novellierte. Dort hätte sie dafür sorgen können, dass Geräte repariert werden können, indem sie verschraubt werden und nicht verklebt, Akkus selbst einfach gewechselt werden können und Ersatzteile zur Verfügung gestellt werden.

Grüner Plan für eine längere Lebensdauer

Elektrogeräte enthalten viele wichtige Wertstoffe, die so lange wie möglich genutzt und dann in Kreisläufen weiterverwendet werden müssen. Aber es gibt zu wenige Sammelmengen für Altgeräte. Der Grüne Plan für eine längere Lebensdauer von Geräten:

  • überprüfbare Vorgaben für die umweltgerechte Gestaltung von Elektro- und Elektronikgeräten
  • Angaben über die Haltbarkeit von Geräten
  • Ausweitung von Gewährleistungsregelungen für unterschiedliche Produkte
  • Beweislastumkehr bei Vorliegen eines Sachmangels
  • Separierung von funktionstüchtigen Altgeräten bei der Sammlung
  • verbindliche Zielvorgabe für die Wiederverwendung von Elektrogeräten
  • Einführung eines zielführenden und effizienten Pfandsystems für Mobiltelefone und Smartphones
  • in einem weiteren Schritt Ausweitung des Pfandsystems auf weitere Produktgruppen wie Laptops, Netbooks, Tablet-Computer und Spielekonsolen
  • Ausdehnung der EU-Ökodesign-Richtlinie auf Ressourceneffizienz und Recycelbarkeit von Produkten
  • Verwertungsziele für Elektro- und Elektronikgeräte qualitativ auszugestalten und um Anforderungen zu ergänzen, damit strategische Rohstoffe (z. B. Neodym, Tantal, Indium) aus den werthaltigen Elektroaltgeräten zurückgewonnen werden.

So schonen wir die Umwelt, schaffen mehr Transparenz für VerbraucherInnen und beenden die Wegwerfproduktion, die einhergeht mit der Ausbeutung endlicher Ressourcen, mit illegalen Exporten von ausrangierten Elektrogeräten und damit verbundenen verheerenden Konsequenzen für Mensch und Umwelt.

Grüner Antrag Elektrogesetz

Grüner Antrag Geplanter Verschleiß

Reader Geplante Obsoleszenz

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