Sinkender Anteil von MehrwegflaschenGut für Brausehersteller - schlecht für die Umwelt

Getränkedosen mit Limonade
Die Bundesregierung torpediert die Mehrwegquote. Droht nun ein Revival der Getränkedose?

Der Coca-Cola- Konzern kündigt an, aus dem Mehrwegsystem auszusteigen. Das berichtet unter anderem die Online Ausgabe der „Frankfurter Rundschau“. Diese Entscheidung ist zwar aus Unternehmenssicht nachvollziehbar, umweltpolitisch ist sie aus grüner Sicht aber nicht vertretbar. Diese Unternehmensentscheidung ist eine direkte Folge der Weigerung der unionsgeführten Bundesregierung, Maßnahmen zur Steigerung Mehrweganteils zu ergreifen.

Mehrweganteil sinkt drastisch

Der Anteil an Mehrwegflaschen bei Erfrischungsgetränke in Deutschland beträgt aktuell nur noch 31,1 Prozent. Das ist viel zu wenig. Wenn Coca-Cola als Marktführer bei Limonaden jetzt aus dem Mehrwegsystem mit seinem hohen Mehrweganteil aussteigt, droht ein endgültiger Absturz.

Der Ausstieg aus dem Mehrweg-Getränkeflaschen-System hätte nicht nur unmittelbare Auswirkungen für die Umwelt, er würde auch Arbeitsplätze gefährden. Laut Verpackungsverordnung ist ein Ziel von mindestens 80 Prozent Mehrwegflaschen vorgeschrieben. Das ist ökologisch sinnvoll und sichert Arbeitsplätze. Auch der Coca-Cola-Konzern selbst bekannte sich bisher in seinem Nachhaltigkeitsbericht aus guten Gründen stets zu Mehrweg. Doch auch dieses Unternehmen kann die Weigerung der Bundesregierung nicht ignorieren, nichts für die Stärkung der Mehrwegquote zu tun. Dabei hat erst vor zwei Jahrzehnten eine unionsgeführte Bundesregierung diese Mehrwegquote eingeführt.

Die Zeit drängt

Die Bundesregierung muss endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Anteil von Mehrwegflaschen zu erhöhen. Für die Umwelt - und für die Arbeitsplätze. Oder sie soll so ehrlich sein, dieses Ziel zu streichen und damit ein klares Bekenntnis gegen Umweltschutz und Arbeitsplätze abzulegen.

In der letzten Fragestunde im Plenum des Deutschen Bundestages haben wir versucht in Erfahrung zu bringen, was die Bundesregierung zur Stärkung des Mehrweganteils plant. Wie fragwürdig die Haltung der Bundesregierung dazu ist, verdeutlicht die Videoaufzeichnung des Deutschen Bundestags. Die grüne Bundestagsfraktion hat in einem Antrag ihre Vorschläge zur Verbesserung des Mehrweganteils in den Deutschen Bundestag eingebracht. Konkret fordert sie eine Lenkungsabgabe auf Einwegflaschen und Dosen, die Streichung der Ausnahmen für Fruchtsäfte und eine eindeutige Kennzeichnung auf den Gefäßen selbst. Diese Themen werden derzeit im Bundestag diskutiert. Hier gibt es die Möglichkeit für Union und SPD, ein klares Signal zu setzen.

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