KinderlärmLärmschutzregeln für Sportanlagen anpassen

Städtische Sportanlage für Fußball und Basketball, dahinter und daneben Wohnhäuser

Auseinandersetzungen um Kinderlärm, der vor allem von Sportanlagen ausgeht, belasten seit Jahren Gerichte und Streitparteien. Daher hat die grüne Bundestagsfraktion jetzt einen Antrag in den Bundestag eingebracht, in dem gefordert wird, Sport und Alltag zu verbinden und die Lärmschutzregeln für Sportanlagen den heutigen Anforderungen anzupassen. Auch Kinderlärm auf Sportanlagen muss unter die „Kinderlärm-Privilegierung“ fallen. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass Sportanlagen leichter saniert werden können.

Bisher drohen besonders alte Anlagen ganz wegzufallen, wenn sie saniert werden sollen. Das Ergebnis ist besonders paradox: Bevor eine Sportanlage ganz aus dem Stadtbild verschwindet, lässt man sie lieber dahinrotten. Auch wenn das Geld und der politische Wille seitens der öffentlichen Hand vorhanden wären. Wir setzen uns dafür ein, dass eine Sportstätte ihren „Altanlagenbonus“ für Lärm nicht verliert, nur weil sie modernen Standards an Umweltverträglichkeit und Sporttauglichkeit angepasst wird.

Das Problem ist nicht neu. Der Bundestag hat schon am Ende der letzten Wahlperiode eine Lösung aufgezeigt. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat aber verzögert und taktiert, statt das Problem umfassend anzupacken. Dabei bedürfte es lediglich zweier kleiner Gesetzesänderungen.

In der vergangenen Wahlperiode wurde aufgrund des Drucks aus der Opposition im Bundesimmissionsschutzgesetz klargestellt, dass Kinderlärm im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung ist, und in der Baunutzungsverordnung wurde deutlich gemacht, dass Kinderbetreuungseinrichtungen in reinen Wohngebieten grundsätzlich – und nicht nur ausnahmsweise – zulässig sind.

Wir Grüne im Bundestag haben in den Ausschussberatungen beantragt, Verbesserungen analog auch für die Jugendlichen im Bereich der Bolzplätze, Skateanlagen und ähnlicher Flächen anzustreben. In unserem Entschließungsantrag hatten wir damals den Vorschlag gemacht, in der Sportanlagenlärmschutzverordnung eine Regelung für Bolzplätze (und ähnliche Angebote) zu schaffen. Denn wo es um sportliche Betätigung von Jugendlichen geht, sollte der dazugehörige Lärm auch entsprechend behandelt werden. Dem ist die Bundesregierung bisher leider nicht nachgekommen.

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1 Kommentar
sunny 25.04.2015

Dass eine Dauerbeschallung durch Basketballlärm erheblich der Gesundheit schaden kann scheinen wohl alle zu übersehen. Am liebsten würde ich vor jedem Büro solcher Politiker einen Basketballkorb stellen!

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