Ökologischer HochwasserschutzMenschen und Natur effektiv schützen

Naturbelassener Fluss in grüner Landschaft

Die grüne Bundestagsfraktion hat ein Positionspapier zum ökologischen Hochwasserschutz beschlossen. Damit sendet sie wichtige Signale in Richtung Bundesregierung, die zurzeit an einem nationalen Hochwasserschutzprogramm arbeiten.

Alte Fehler nicht wiederholen

Nach derzeitigem Stand lässt sich kein Umdenken in Richtung präventiver und ökologischer Hochwasserschutz erkennen, die alten Fehler drohen sich zu wiederholen. Denn der bauliche Hochwasserschutz steht weiterhin im Vordergrund. Der langfristig günstigere und effektivere ökologische Hochwasserschutz wird nicht verfolgt. Grüner Hochwasserschutz verlässt sich nicht auf die technische und finanzielle Machbarkeit immer höherer Deichbauten an unseren Flüssen. Wir wollen dagegen ein nationales Programm ökologischer Hochwasserschutz auflegen.

Ökologischer Hochwasserschutz

Die grüne Bundestagsfraktion möchte einen vorbeugenden Hochwasserschutz durch eine durchgreifende Ökologisierung unserer Flüsse und ihrer Einzugsbereiche und mit einem eigenen Programm den Auenschutz und die Revitalisierung von Auen vorantreiben, die Finanzierung für den ökologischen Hochwasserschutz verlässlich machen, ökologische Aspekte in die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung integrieren und diese zu einer Koordinationsstelle ausbauen. Ergänzend ist die Flächenversiegelung zu reduzieren, die Raumordnung den zunehmenden Hochwasserereignissen anzupassen, die Ausweisung von Neubaugebieten in Überflutungsgebieten einzuschränken und die Versickerungspotentiale durch ökologische Landnutzung zu erhöhen. Nur so kann sinnvoller Hochwasserschutz betrieben werden und die verheerenden Folgen von Hochwasser für Leib, Hab und Gut, wie wir sie letzten Sommer erlebt haben, vermieden werden.

Konkret heißt das:

  • Ausweitung von Überschwemmungsflächen und Poldern,
  • Wiederherstellung und Renaturierung von Auen,
  • Ökologische Aufwertung gewässernaher Flächen,
  • Reduzierung von Flächenversiegelungen,
  • Aufbau einer bundesweit kohärenten hochwasserschutzbezogenen Raumordnung und Flussbewirtschaftung,
  • Ausreichende Finanzierung des Ökologischen Hochwasserschutzes,
  • Langfristige Einführung einer Gemeinschaftsaufgabe Klimafolgenanpassung,
  • Vermeidung zukünftiger Besiedlung und Bebauung hochwassergefährdeter Zonen,
  • Ökologisierung der landwirtschaftlichen Landnutzung zur Vermeidung von Erosion und Verbesserung der Wasseraufnahmekapazität der Böden,
  • Außerdem sind selbstverständlich verstärktes Engagement im Klimaschutz und für alle greifende Versicherungsregeln übergeordnet zu organisieren.

Mehr zum Thema Umwelt

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4392396