UmwelttagNatur nah - Grün in der Stadt

Sonnenblumen wachsen auf dem Tempelhofer Feld in Berlin

Der Tag der Umwelt am 5. Juni 2014 steht unter dem Motto ,,Natur ganz nah - gut leben in der Stadt“. Ein gutes Motto, denn eins ist klar: Die Städte der Zukunft müssen grün sein. Städtisches Grün ist mehr als grün angestrichener Beton oder ein hübsch angelegter Stadtpark. Hier geht es um die städtische Zukunft. Denn der Umgang mit Stadtgrün ist gleichzeitig ein Umgang mit den Zukunftsressourcen Demokratie, Lebensqualität, Klimaschutz und Risikovorsorge in unseren Städten.

Gut fürs Klima

Städtisches Grün mindert die Folgen des Klimawandels, die im Sommer unsere Städte unerträglich aufheizen und bei Starkregen überschwemmen. Es kühlt die Stadtluft und verringert den Abfluss des Niederschlages.

Gut für Bürgerinnen und Bürger

Städtisches Grün ist für alle StadtbewohnerInnen ein zunehmend wichtiges Thema. Viele große und mittlere Städte wachsen, die Innenstädte werden dichter. Das ist gut, denn die Stadt der kurzen Wege spart Energie, und schont unsere Böden und Flächen, sie erleichtert auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Allerdings wird den Menschen damit die Frage der Lebensqualität und von Gestaltungsmöglichkeiten in den dichten Städten wichtiger, wie auch der erfolgreiche Volksentscheid um den Erhalt des Tempelhofer Feldes in Berlin zeigt. Solche Initiativen müssen unterstützt werden und genügend Raum bekommen, um unsere Städte grün und lebenswert zu gestalten. Das fördert die Umwelt und unser Zusammenleben. Nicht zuletzt bieten städtische Grün- und Freiflächen Kindern wichtige Bewegungsräume und Erfahrungswelten für ein gesundes Heranwachsen und allen Menschen Lebensqualität.

Gut für die Demokratie

Die Demokratie in Städten lebt von Möglichkeiten, sich zu beteiligen und zu gestalten, und häufig sind Flächennutzungen den Bürgerinnen und Bürgern ein besonders wichtiges Anliegen. Wichtig ist es, bei städtischen Planungen nicht von Großprojekt zu Großprojekt zu springen, sondern strategisch zu planen und frühzeitig und umfassend alle einzubeziehen. Wir Grüne im Bundestag fordern mehr und frühere Beteiligungen an Bauplänen und strategischen Entwicklungsplanungen sowie an Vorhaben öffentlich geförderter Stadtentwicklung und Sanierung. So können zum Beispiel Wohnungsbau und Freiflächenerhalt abgewogen werden und sinnvolle gemeinsame Lösungen der Stadtgesellschaft entstehen.

Beliebtes Urban Gardening

Das immer beliebtere städtische Gärtnern (urban gardening) schafft grüne Oasen, mehr Platz für Pflanzen und Tiere und führt zu einem lebendigen Austausch zwischen den Menschen. Es stärkt unser Bewusstsein für die Herkunft der Lebensmittel. Brachflächen werden aktiv angenommen, wenn sie Nutzungen erlauben, für die sonst kein Platz in unseren Städten ist.

Mehr Grün tut not

Aktuell bieten unsere Städte zu wenig Flächen, um Natur zu erleben. Grünflächen, naturnahe Wasserzüge, Luftschneisen und Alleen sind wichtig - für das Stadtklima, den städtischen Wasserhaushalt und den Schutz von Tieren und Pflanzen. Alle profitieren von mehr Grün in der Stadt.

Wichtig ist, Bauleitplanung und Beteiligung auch entsprechend für Klimaschutz, Beteiligung und städtisches Grün anzuwenden. Dazu sind Förderprogramme, wie etwa die Städtebauförderung, in diesem Sinne einzusetzen. Die Eingriffs- und Ausgleichsregelungen zum Naturschutz sind beizubehalten, und die kommunalen Haushalte gilt es zu stärken, damit auch vor Ort Möglichkeiten bestehen, städtisches Grün zu pflegen, zu erhalten und zu erweitern.

Zum Weiterlesen

Mehr zum Thema Umwelt

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4391983