UmweltverschmutzungSchmutzige Orte

An einer Feinstaub-Messstation der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz am Neckartor in Stuttgart (Baden-Württemberg) fahren Fahrzeuge vorbei.

Zu viel Feinstaub in Stuttgart, zu hohe Stickoxid-Werte in München: In vielen deutschen Städten werden die gesetzlichen Grenzwerte für Umweltgifte überschritten. So das aktuelle Ergebnis der Kleinen Anfrage „Gebiete mit hoher Schadstoffbelastung in Deutschland“

Umweltschadstoffe gefährden Mensch und Natur. Ein Bericht der Europäischen Umweltagentur liefert erschreckende Zahlen: Allein in Europa sind demnach jährlich mehr als 400.000 Todesfälle auf Feinstaub zurückzuführen.

Die Umweltgesetze legen Grenz- oder Richtwerte für die Belastung mit schädlichen Stoffen fest oder empfehlen unbedenkliche Höchstmengen. Diese Werte werden allerdings oftmals überschritten - sei es aufgrund von Kohleverbrennung, zu viel motorisierten Verkehr, nicht sachgemäßer Landwirtschaft oder schlechter Filteranlagen. Verstärkt werden diese Quellen durch äußere Einflüsse wie bestimmte Wetterlagen oder geografischer Besonderheiten wie Kessellagen. Aufgrund neuer Forschungsergebnisse wird aber auch die Belastung innerhalb bestehender Grenzwerte als problematisch angesehen. Auch deshalb fordert die Weltgesundheitsorganisation geringere Grenzwerte für Feinstaub als die EU vorsieht.

Unser giftiges Erbe für kommende Generationen

Andere Schadstoffe, die nicht abgebaut werden, wie zum Beispiel Quecksilber aus der Braunkohleverbrennung, sammeln sich immer weiter in unserer Umwelt an, obwohl hier die Umweltqualitätsnormen schon überschritten sind. Dies ist das Erbe der Kohlegeneration für unsere Kinder und kommende Generationen. Sie werden mit unseren Verschmutzungen noch lange zu kämpfen haben.

Die Umwelt- und Gesundheitsbelastung ist in Deutschland vielerorts hoch. Dies zeigt die Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage. Nur mit zusätzlichen Maßnahmen gegen die andauernden Überschreitungen von Grenzwerten und Höchstmengen von Umweltschadstoffen wird es gelingen, diese Gesundheitsgefahren einzudämmen. Dieses gilt für die Luftreinhaltung ebenso wie für sauberes Wasser und gesunde Böden. Denn wenn Grenz- oder Richtwerte immer wieder überschritten werden, ist die Gesundheit in Gefahr und die Kosten für die Bereitstellung von genießbarem Wasser und fruchtbarem Boden werden sehr hoch ausfallen.

Die Eintragungen der Landwirtschaft lassen sich besonders gut an den abgefragten Wasserwerten erkennen. So wird laut Bundesregierung der Aktionswert nach Nitratrichtlinie für Nitrat innerhalb des Zeitraums 2009 bis 2014 an 190 Oberflächenwasserkörpern überschritten! Die hier aufgeführten „Top drei“ sind: die Swist im Rheinland, die Leine in Niedersachsen und die Werse in Westfalen.

Phosphat ist ein weiterer Stoff, der in zu hohen Mengen als Schadstoff wirkt. Laut Bundesregierung ist an allen der 15 aufgeführten Messstellen der Zielwert nach Wasserrahmenrichtlinie überschritten. Am schlimmsten ist es hier in der Emscher im Ruhrgebiet, dem Schwarzbach in Hessen und der Oste in Niedersachsen. Wobei insbesondere bei der Oste die zu hohen Werte fast ausschließlich auf landwirtschaftliche Einträge zurückzuführen sind.

Bisheriges reicht nicht!

Bisherige Maßnahmen haben zwar an einigen Stellen zu Entlastungen geführt. Sie reichen aber bisher nicht aus, die Probleme der vielfältigen Umweltschadstoffe zu lösen. Die Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat wiederholt konkrete Vorschläge vorgelegt – zum Beispiel gegen Feinstaubemissionen aus Baumaschinen oder Emissionen aus Industrieanlagen-, wie die Situation mit der heute möglichen Technik verbessert werden kann. Wir brauchen endlich eine Bundesregierung, die Nachhaltigkeit und Gesundheitsschutz bei der der Gesetzgebung ausreichend berücksichtigt. Die ideologische Schonung von Wirtschaft, Landwirtschaft und Verkehr zu Lasten aller Bürgerinnen und Bürger muss beendet werden.

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1 Kommentar
schmutzige Orte!
holger jester 28.04.2015

ausgerechnet Stuttgart!? - das spricht gegen die Grünen, aber München ist auch nicht besser - CSU!!
immer noch Ökonomie vor Ökologie!
Christus ist Richter - und er richtet jeden individuell wie er es verdient hat - und rettet auch die Erde.
Cannabis, Magic Mushroom und LSD. 25 sind als Heilmittel biochemisch oder Tee okay - aber nicht im Rauchrausch!

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