PlastiktütenUmweltabgabe auf Plastiktüten

Stoffbeutel mit der Aufschrift "Geiler Sack"

Überall in Europa werden die sinnlose Verschwendung fossiler Rohstoffe durch Plastiktüten und ungelöste Plastikmüllprobleme inzwischen erkannt. Auf EU-Ebene hat man sich nun endlich zum Handeln entschlossen. Den verschwenderischen Umgang mit Plastiktüten will die EU innerhalb der kommenden fünf Jahre deutlich reduzieren. Ein wichtiges Signal, vor allem für jene Länder, in denen derzeit noch sehr viele Plastiktüten verbraucht werden, wie in Bulgarien, Tschechien, Griechenland und Rumänien.

Abgabe oder Verbot?

Bis 2019 soll jeder Einwohner höchstens 90 Plastiktüten pro Jahr verbrauchen, bis 2025 nicht mehr als 40. Derzeit sind es laut einer Studie der Europäischen Kommission noch 198 Plastiktüten pro Kopf und Jahr. Die Ziele entsprechen also einer Reduzierung um knapp 50 Prozent bis 2019, und 80 Prozent bis 2025. Welche Maßnahmen sie ergreifen, bleibt den Mitgliedsstaaten überlassen. Irland hat bereits eine Umweltabgabe auf Plastiktüten eingeführt, andere Staaten wie Italien, Frankreich und Rwanda Verbote ausgesprochen.

Die europäischen Ziele zur Verminderung von Plastiktüten sind für Deutschland allerdings unterambitioniert. In Deutschland wurden 2010 laut Studie der Europäischen Kommission pro Einwohner und Jahr 71 Plastiktüten verbraucht. In einigen Ländern sind es noch weniger, zum Beispiel Irland (18) und Luxemburg (20). Auch wenn Deutschland damit das EU-Ziel für 2019 bereits erfüllt - angesichts der Notwendigkeit Ressourcen zu schonen und Müll zu vermeiden darf die Bundesregierung jetzt nicht die Hände in den Schoß legen.

Im Gegensatz zu Irland fehlen in Deutschland noch die richtigen Anreize, um die Abkehr von den Ex-und-weg-Tüten zu beflügeln. Plastiktüten sollten zumindest nicht mehr kostenlos abgegeben werden. Deshalb fordern wir Grüne bereits seit langem eine Umweltabgabe auf Plastiktüten.

Wenn die EU beschließt, die Plastiktüten um 80 Prozent zu reduzieren, darf Deutschland dahinter nicht zurückstehen. Eine solche Reduzierung wäre auch bei uns machbar. Das schont die Umwelt und vermeidet den überflüssigen Gebrauch von Plastik im Alltag. Denn umweltfreundlichere Alternativen stehen zur Verfügung: Rucksäcke, Einkaufskörbe oder mehrmals verwendbare Einkaufstaschen.

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2 Kommentare
Umweltabgabe auf Plastiktüten
Dieter Wehe 02.12.2014

Mit Umweltabgaben wird das Plastikmüllproblem nicht eingeschränkt. Das ist nur Augenwischerei und "Abzocke"! In welchen Bereichen wird denn Plastik noch verwendet? Generell Plastiktüten verbieten, der Handel darf solche Tüten eben nicht mehr anbieten. Und was machen wir mit den dünnen Plastikfolien, die beim Einkaufen benutzt werden? Da wird die Wurst eingepackt, oder Obst verpackt. Sollen wir jetzt den Rucksack über den Tresen reichen?

Umweltabgabe auf Plastiktüten
K. Barth 02.01.2015

@Dieter Wehe
…da muss ich Ihnen Recht geben, mit der Umweltabgabe wird sich das Problem nicht lösen. Ein generelles Verbot schon eher, aber dies durchzusetzen erscheint mir bei der „Plastik“ Lobby von vornherein als gescheitert.
In Punkto dünne Plastikfolien jedoch bin ich anderer Meinung. Es gab, und gib es auch noch teilweise, die Möglichkeit die Wurstwaren etc. in Pergamentpapier zu verpacken, die gleichzeitig mehrere Vorteile gegenüber der dünnen Plastikfolien haben und so könnten diese dünnen Folien Umweltfreundlicher ersetzt werden. Ist eben etwas teurer denke ich. Und wie sagt der Kaufmann –im Einkauf liegt der Segen-

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