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PlastikmüllUnser Alltag ist zugeplastikt

Eine Plastiktuete treibt unter Wasser
Die Europäische Kommission legt eine Strategie zur Verringerung des Plastikmülls vor. Die Maßnahmen sind zu begrüßen und müssen nun schnell in die nationale Umsetzung kommen. Wir müssen weg von Einwegplastik und viel mehr recycelbare Kunststoffe einsetzen.
Unser Alltag ist von Plastik umgeben. Beim morgendlichen Duschen in Form von Mikroplastik im Shampoo, der Coffee-to-go-Becher und so weiter. Wir sind Weltmeister im Plastikverbrauch, denn 37 kg Müll aus Plastikverpackungenpro Bürger in Deutschland sind zu viel für unseren Planeten.

Zum einen werden fossile Energieträger wie Erdöl zur Plastikproduktion verwendet. Mittlerweile werden sechs Prozent des weltweit geförderten Erdöls zu Kunststoff verarbeitet. Und auch die Entsorgung bereitet Umweltprobleme. Das ist nicht zuletzt über die riesigen Plastikteppiche im Meer stark ins öffentliche Bewusstsein gerutscht.

Auch China will unseren Plastikmüll nicht mehr

Ca. 40 Prozent der Haushaltsabfälle aus Plastik in der EU werden verbrannt, der Rest wird recycelt oder deponiert. China hatte bis zuletzt die Hälfte des in der EU anfallenden Plastikmülls importiert, hat dem aber durch einen Importstopp nun einen Riegel vorgeschoben. Wir können uns nicht mehr so leicht unseres Abfalls in fremde Länder entledigen, sondern müssen selber Reduktionstrategien vorlegen.

Europäisches Parlament und Rat beschließen Reduzierung von Einwegplastikprodukten

Mit ihrer Plastikstrategie hat die  EU-Kommission vor einem Jahr genau dies getan. Die Vorschläge zur Eindämmung der Plastikflut, wie zum Beispiel Plastikverpackungen bis 2030 recycelbar zu machen, den Verbrauch von Einwegplastik einzudämmen und die Verwendung von Mikroplastik etwa in Kosmetika zu beschränken sind wichtige Weichenstellungen und gehen in die richtige Richtung. In Bezug auf Einwegplastikprodukte haben sich das Europäische Parlament und der Rat nun in Form einer Richtlinie geeinigt.

Zentral ist dabei ein Verbot von Einwegplastikprodukten, sofern Alternativen zu zumutbaren Kosten zur Verfügung stehen. Betroffen sind z.B. Kunststoff-Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff und Produkte aus Kunststoffen, die nach ihrer Nutzung zerfallen, aber nicht ökologisch abbaubar sind. Viele Plastikprodukte sind von der EU-Richtlinie auch gar nicht erfasst. So ist zum Beispiel der Verbrauch von To-go-Verpackungen nicht angesprochen. Die Richtlinie wird voraussichtlich noch vor März in Kraft treten.

Deutschland darf beim Verpackungsmüll nicht Schlusslicht in Europa bleiben

Die Bundesregierung war bei der Verhandlung der Einwegplastikprodukte-Richtlinie weder Ideengeberin noch Vorkämpferin. Das muss sich ändern. Deutschland ist weiterhin EU-Schlusslicht beim Vermeiden von Verpackungsmüll. Neben einer schnellen und ambitionierten Umsetzung der Richtlinie brauchen wir auf nationaler Ebene ein gesetzlich verankertes Ziel, unsere Rekordmengen von Verpackungsmüll bis 2030 zu halbieren.

Außerdem braucht es eine verbindliche Abgabe auf Wegwerfprodukte wie Coffee-to-go-Becher und andere Essenverpackungen, eine Stärkung der Mehrwegverpackungen und mehr Einsatz von recyceltem Kunstoffen, um Einwegplastik zu reduzieren. Auch die von Haushaltskommissar Oettinger vorgeschlagene EU-weite Plastiksteuer darf kein Tabu bleiben. Es bleibt viel Spielraum für die Bundesregierung, beim Kampf gegen Plastikmüll und im Sinne des Umwelt- und Ressourcenschutzes ist es dringend geboten, dass sie diesen Spielraum nutzt.

 

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