Grün EinkaufenVerpackungsmüll und Billig-Klamotten

Wir Grüne fragen, wie wir aus der Wegwerf-Gesellschaft entkommen können. In Berlin gibt es Ansätze mit dem täglichen Einkauf die Umwelt zu schonen. Der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter und der Umweltpolitische Sprecher Peter Meiwald waren einkaufen.

Kampf dem Plastikmüll

Riesige Verpackungen, die nur dazu dienen, ein Produkt besser darzustellen als es ist, braucht niemand. Der Supermarkt "Original Unverpackt" in Kreuzberg verzichtet ganz und gar auf Einweg-Verpackungen. Die Ware wird vor Ort abgefüllt. Kundinnen und Kunden bringen ihre eigenen Behälter mit, sei es für Waschmittel oder Milch oder Mehl.

Die Betreiberinnen des Ladens wollen damit die Müllflut beim Einkaufen stoppen. Plastikmüll im Meer, unnütze Verpackungen und die geringen Recyclingquoten der Dualen Systeme waren einige der Themen, die in dem Geschäft diskutiert wurden. Anton Hofreiter und Peter Meiwald stellten dabei die Vorschläge der Bundestagsfraktion für eine Umweltabgabe von ungefähr 20 Cent auf Plastiktüten vor, um den verschwenderischen Verbrauch einzudämmen.

Öko-fair

Direkt nebenan haben wir uns anschließend über Öko-Faire Bekleidung mit den Betreibern von „supermarché“ ausgetauscht. Die Billigproduktion von Bekleidung geht mit völlig inakzeptablen Arbeitsbedingungen und gravierenden Umweltproblemen einher. 20.000 Liter Wasser kostet die Produktion eines T-Shirts. Außerdem werden große Mengen Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die durch ihre hochgiftigen Substanzen die Umwelt in den Anbauländern belasten, die Arbeiterinnen in den Fabriken gefährden und auch in den Endprodukten zu finden sind.

In einigen Regionen geht der Baumwollanbau mittlerweile zu Lasten des Nahrungsmittelanbaus. Nicht nur der Anbau, auch die weitere Verarbeitung der Baumwolle zu bügelleichter, knitterfreier oder wasserdichter Kleidung gefährdet die Umwelt durch die verwendeten Laugen, Salze und Farben. Ein einziges T-Shirt kann die Umwelt mit 150 Gramm Chemikalien belasten, oft mit gesundheitsgefährdenden Stoffen.

Bei „supermarché“ gibt es die Alternativen. Hier findet sich eine große Auswahl fair produzierter und ökologischer Mode. Das eigene Label gibt Sicherheit, dass die Versprechen eingehalten werden, und stärkt die lokale Wirtschaft. Ein weiterer gelungener Ansatz, den wir gerne für unsere weitere Arbeit mitnehmen.

Wir danken den Läden, die uns ihre Ideen vorgestellt haben und die sich so konsequent gegen unnötigen Abfall und schlechte Herstellungsbedingungen stark machen. Sie zeigen, dass es echte Alternativen zum Verpackungswahn und zu Billigklamotten gibt.

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