WasserschutzWasserversorger warnen vor Medikamentenrückstände

Wasser fließt aus einem Wasserhahn
Im Wasser sind zu viele Rückstände von Medikamenten. Gleichzeitig nimmt der Medikamentenkonsum zu und damit wird sich auch die Kontamination des Wassers steigern. Die Bundesregierung hat das Thema nicht interessiert. Wir haben konkrete Forderungen zur Verbesserung der Wasserqualität.

Der wachsende Arzneimittelkonsum ist eine Bedrohung für unser Wasser. Dies macht die Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) deutlich.

Das kann man heute schon an den Gewässerlebewesen sehen (zum Beispiel bei geringeren Reproduktionsraten von Fischen und anderen Wassertieren auf Grund von Antibabypillen-Wirkstoffen im Wasser). Aber: Arzneimittel sind wichtig für unsere Gesundheit, deshalb schwer zu vermeiden.

Tierwohl statt Antibiotika

Immer noch landen zu viele Tierarzneimittel aus der Massentierhaltung in den Gewässern und auch Medikamentenreste und gehören nicht in die Toilette.

Doch selbst wenn diese Eintragspfade geschlossen werden, Medikamente gelangen auch nach ordnungsgemäßer Nutzung durch unseren Körper über die Kläranlagen in die Gewässer. Auch mit neuen Klärstufen, kann die Abwasserreinigung nicht alle Spurenstoffe eliminieren.

Dieser neuen Bedrohung kann nur mit ganzheitlichen Maßnahmen entlang der gesamten Erzeugungs- und Verbrauchskette wirksam begegnet werden. Denn das Problem wird laut BDEW aufgrund des absehbaren Anstieges des Medikamentenverbrauches immer größer.

Wir fordern wie der BDEW:

  1. Entwicklung zielgenauerer und biologisch abbaubarer Medikamente. Das ist eine Aufgabe für die Produzenten und für die Genehmigungsbehörden, die Umweltverträglichkeit zum Prüfkriterium machen müssen. Ohne diesen Punkt helfen alle anderen Maßnahmen nichts, weil man die menschlichen Ausscheidungen, die in der Regel direkt ins Abwasser gehen, nicht in den Griff bekommt.
  2. Das Problem betrifft auch die Tiermedizin, Punkt 1 gilt hier entsprechend. Außerdem: Verbesserung des Tierwohls, wie die grüne Bundestagsfraktion seit langem fordert: Tiergerechte Haltung: mehr Platz, mehr Auslauf, Freiland, Licht, Beschäftigung statt Antibiotika.
  3. Gezieltere Verschreibung, therapiegerechte Mengen, passgenaue Packungsgrößen um unnötige Mengen und Reste zu vermeiden.
  4. Bessere Information über die richtige Entsorgung: in den Hausmüll zum Verbrennen oder zurück zum Apotheker (Rückgabesystem wieder einführen). Nie ins Abwasser! Auch bessere Entsorgung in den Krankenhäusern, wo große Mengen anfallen.

Bisher macht die Bundesregierung zu wenig um unser Wasser zu schützen. Das Medikamentensammelsystem wurde abgeschafft und die industrielle Landwirtschaft wird weiter vor Auflagen geschützt. Die Bundestagsfraktion hat 2016 eine entsprechende Strategie mit unserem Antrag „Gewässer vor Medikamentenrückständen schützen“ dem Bundestag vorgelegt, der von CDU/CSU und SPD abgelehnt wurde.

Mehr zum Thema Umwelt

Kommentieren

max. 700 Zeichen

4404272