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SUMMARY:Hab Mut, steh auf!
DESCRIPTION:Das Motto „Hab Mut, steh auf“ des 104. Katholikentages in Würzburgs stand auch über der Parlamentarischen Nacht, zu der die grüne Bundestagsfraktion dort eingeladen hatte.Fast 400 Gäste diskutierten über gemeinsame Werte, über Hoffnung, Zuversicht, Verantwortung und demokratisches Engagement.Dabei wurde klar, dass Mut, demokratisches Engagement und gesellschaftlicher Zusammenhalt angesichts aktueller Krisen und politischer Herausforderungen wichtiger denn je sind.Die Veranstaltung wurde von Lamya Kaddor, Religionsbeauftragte der grünen Bundestagsfraktion, eröffnet. Sie betonte die Bedeutung solcher parlamentarischen Abende als Ort des Austauschs zwischen Politik, Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft – offen, respektvoll und auf Augenhöhe. Sie sprach das Motto des Katholikentags: „Hab Mut, steh auf“ an, das für sie ein Aufruf sei, sich aktiv für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Verantwortung einzusetzen.Danach hob Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, in seinem Grußwort die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen hervor wie den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, Angriffe auf Demokratie und Rechtsstaat sowie den zunehmenden Zuspruch für rechtsextreme Kräfte in Europa und Deutschland. Dies sei aber keine Zeit für Resignation, sondern eine Zeit, in der gesellschaftliches Engagement besonders wichtig sei. Demokratie, Freiheit und Zusammenhalt müssten aktiv verteidigt werden. Er lobte das Motto des Katholikentags als passend für die aktuelle Zeit und unterstrich die Rolle von Kirchen und engagierten Bürger*innen beim Schutz demokratischer Werte. Katrin Göring-Eckardt, Sprecherin für Kultur und Medien sowie Beauftragte für Ostdeutschland, betonte die heute enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen grüner Bundestagsfraktion, Kirchen und Religionsgemeinschaften. Sie erinnerte daran, dass das Verhältnis früher deutlich schwieriger gewesen sei und listete gemeinsame Grundhaltungen bei Christ*innen wie Grünen auf. Die gemeinsamen Werte stärkten die Gesellschaft und wirkten demokratiefeindlichen Kräften, von ihr als „Finsternisbewirtschafter“ bezeichnet, entgegen.Anschließend sprach Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig und stellte historische Bezüge zu Würzburg her: Die Stadt habe eine lange Tradition von Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Debatte. Er verband das Motto des Katholikentages mit aktuellen Herausforderungen und betonte Gemeinsamkeiten von Kirche und Grünen, wie Vermittlung der Hoffnung, Verteidigung demokratischer Werte und Stärkung des Zusammenhalts. Besonders wichtig sei angesichts innerer und äußerer Bedrohungen der Demokratie eine klare Haltung für die liberale Demokratie. Politisches Engagement brauche jedoch neben harter Arbeit und Dialog auch Gemeinschaft und die Fähigkeit, gemeinsam zu feiern.Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, sprach über die aktuelle Situation der katholischen Kirche und gesellschaftliche Herausforderungen. Das Motto des Katholikentags sei kein bloßer Leitspruch, sondern Ausdruck einer Zeit, in der Mut und Haltung besonders notwendig seien. Offen sprach sie die Krise der katholischen Kirche an wie den andauernden Vertrauensverlust. Besonders deutlich kritisierte sie patriarchale Strukturen – sowohl gesellschaftlich als auch innerhalb der Kirche. Sie sprach von einem Rückschritt bei Geschlechterfragen und zunehmender Gewalt sowie traditionellen Männlichkeitsbildern, die sie als überholt bezeichnete. Sie machte deutlich, dass Reformforderungen nicht aus einer Distanz zum Glauben entstehen, sondern gerade aus der Überzeugung heraus, dass die christliche Botschaft weiterhin wichtig und kraftvoll sei. Mit Blick auf den Synodalen Weg beschrieb sie Reformen in der Kirche als mühsam und langwierig. Viele engagierte Menschen seien ungeduldig, weil Veränderungen nur langsam vorankämen. Sie warnte vor rechtspopulistischen und autoritären Entwicklungen in Europa, hob aber zugleich als positives Zeichen hervor, dass Entwicklungen veränderbar seien und demokratiefeindliche Kräfte zurückgedrängt werden können – wie das zuletzt in Ungarn passiert ist.Danach leitete Lamy Kaddor über zu einem Gespräch mit Lisa Quarch vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Ausgangspunkt war die Frage, wie Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Wertevermittlung heute gestärkt werden können – besonders angesichts von Demokratiefeindlichkeit und Hass im digitalen Raum. Lisa Quarch sprach zunächst über die Bedeutung von digitalen Räumen für junge Menschen, für die ehrliche Perspektiven und sichtbare Vorbilder besonders wichtig seien. Digitale und analoge Begegnungen sollten sich ergänzen und Werte müssten authentisch, persönlich und verständlich vermittelt werden. Sie sprach sich gegen pauschale Verbote von sozialen Medien für junge Menschen aus. Stattdessen forderte sie besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen, stärkere Regulierung von Plattformen und wirksame Maßnahmen gegen Hass, Gewalt und diskriminierende Inhalte. Auf die abschließende Frage nach der Quelle persönlicher Hoffnung antwortete sie, dass ihr vor allem Begegnungen mit Menschen Kraft geben. Außerdem verwies sie auf eine Bibelstelle aus der Geschichte von Esther: Menschen könnten genau für die Herausforderungen ihrer Zeit geschaffen sein und hätten die Möglichkeit, etwas zu verändern.All dies bot viel Stoff für angeregte Gespräche über aktuelle politische Themen und die parlamentarische Arbeit im Bundestag bis tief in die Nacht hinein. Von der Fraktion mit dabei war auch unser Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Max Lucks. Weitere grüne Abgeordnete aus Landtagen und Kommunalparlamenten waren ebenfalls mit von der Partie.VeranstalterFB 3-Koordinationsbüro (Demokratie und vielfältige Gesellschaft)Platz der Republik 1, 11011 BerlinTEL 030/227 58900fachbereich3@gruene-bundestag.de
LOCATION:Würzburger Hofbräukeller, Jägerstr.17, 97082 Würzburg
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