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SUMMARY:Ohne Geld keine Fakten? Wie Politik die Finanzierung des Journalismus stärken kann
DESCRIPTION:Freie und unabhängige Medien sind eine zentrale Säule unserer Demokratie. Sie sichern Meinungsvielfalt, ermöglichen öffentliche Kontrolle von Macht und schaffen verlässliche Informationsgrundlagen für politische Entscheidungen.Professioneller Journalismus steht heute unter massivem Finanzierungsdruck. Werbeeinnahmen wandern zu globalen Digitalkonzernen ab, KI-Zusammenfassungen halten Nutzer*innen fern von Nachrichtenseiten und schwächen damit die wirtschaftlichen Grundlagen von Medien weiter. Besonders betroffen sind Lokalmedien – Redaktionen schrumpfen, werden zusammengelegt oder schließen ganz. Dadurch schwindet die Kontrolle über politische Institutionen vor Ort. Der wirtschaftliche Druck hat auch Folgen für die journalistische Qualität: Werden professionell arbeitende Journalist*innen durch KI-Systeme ohne angemessene menschliche Aufsicht ersetzt, steigt das Risiko für Verzerrungen, Fehlinformationen und Lücken in der Berichterstattung. Um die Zukunftsfähigkeit des Journalismus zu sichern, braucht es faire Wettbewerbsbedingungen im digitalen Werbemarkt, tragfähige neue Geschäftsmodelle, gezielte und staatsferne Förderinstrumente sowie klare regulatorische Leitplanken für den Einsatz von KI im Nachrichtenbereich.Im dritten Teil der Reihe „Digitale Öffentlichkeit“ diskutierte die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit Expert*innen aus Medien, Wissenschaft, Regulierung und Verbänden über strukturelle Reformbedarfe. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Finanzierung unabhängigen Journalismus angesichts veränderter Plattformökonomien und technologischer Umbrüche nachhaltig gesichert werden kann.Im ersten Panel mit Gunnar Kallfaß (Bundeskartellamt), Manfred Kluge (Initiative18) und Sebastian Esser (Steady) wurde deutlich, dass das klassische, werbebasierte Geschäftsmodell allein keine verlässliche Grundlage mehr bietet. Die hohe Marktkonzentration im digitalen Werbemarkt erschwert eine faire Refinanzierung journalistischer Inhalte. Gleichzeitig gewinnen alternative Erlösmodelle, wie Mitgliedschaften, Spenden, Fördermittel oder gemeinnützige Ansätze an Bedeutung. Sie können jedoch, insbesondere im lokalen Bereich, strukturelle Defizite nicht vollständig ausgleichen.Das zweite Panel widmete sich Förderbedarfen und Förderwegen für den Journalismus von morgen. Dr. Christian Wellbrock (Hamburg Media School), Lisa Sympher (Media Forward Fund) und Dr. Eva Flecken (mabb) diskutierten Programme, Projekt- und Strukturförderungen sowie die Rolle bestehender Institutionen bei der Sicherung von Medienvielfalt. Einigkeit bestand darin, dass Förderinstrumente transparent, staatsfern und nachhaltig ausgestaltet sein müssen, um redaktionelle Unabhängigkeit zu gewährleisten.In der Abschlussrunde mit Lieven Uckrow (VAUNET), Dr. Jörg Eggers (BDZV) und Marie Kilg (Deutsche Welle) stand der Journalismus im KI-Zeitalter im Fokus. KI-Anwendungen verändern Produktion, Distribution und Nutzung von Nachrichten grundlegend. Automatisierte Zusammenfassungen und Chatbots greifen auf journalistische Inhalte zu, oft ohne dass die Nutzung vergütet wird, und schmälern gleichzeitig Reichweite der Originalquellen. KI-gestützte Werkzeuge bergen aber auch Potenziale für Recherche, Analyse und Effizienzgewinne in Redaktionen. Voraussetzung bleibt eine transparente Entwicklung und Nutzung, faire Vergütungsmodelle sowie eine effektive menschliche Aufsicht, um Qualität und journalistische Sorgfalt zu sichern.Das Fachgespräch hat gezeigt: Die Sicherung unabhängigen Journalismus ist eine demokratische Kernaufgabe. Notwendig sind faire Marktbedingungen, eine Weiterentwicklung medienpolitischer Instrumente, tragfähige Geschäftsmodelle und klare Regeln für den Umgang mit KI. Nur so können Medienvielfalt, Qualität und unabhängige Berichterstattung langfristig gewährleistet werden. Dafür setzen wir Grüne uns im Bundestag weiter entschlossen ein.Das Fachgespräch ist der dritte Teil der Veranstaltungsreihe &quot;Digitale Öffentlichkeit&quot;. Die vorherigen Fachgespräche haben sich den Themen &quot;Gemeinwohlorientierte soziale Medien: Hürden und Lösungen&quot; und &quot;Journalismus in einer digitalen Welt: Erwartungen, Sichtbarkeit, Innovation&quot; gewidmet.et.VeranstalterFB 5-Koordinationsbüro - Gesellschaftspolitik und soziale InfrastrukturPlatz der Republik 1, 11011 BerlinTEL 030/227 51814
LOCATION:Deutscher Bundestag, Otto-Wels-Haus, Raum 0.120, Unter den Linden 50, 10117 Berlin
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