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SUMMARY:Teure Atom-Illusion – das riskante Spiel mit den Mini-AKW
DESCRIPTION:Anlässlich des 40. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat die grüne Bundestagsfraktion beim Online-Brennpunkt mit dem Wissenschaftskommunikator und Physiker Prof. Dr. Harald Lesch, Energieökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert und Harald Ebner MdB die aktuelle SMR-Debatte von CDU/CSU und AfD eingeordnet, und zwar physikalisch, ökonomisch und politisch. Moderiert wurde der Abend von Dr. Julia Verlinden Vizevorsitzende der Bundestagsfraktion.Dabei war schnell klar, dass Politiker, die den Wiedereinstieg in die Atomkraft befürworten, die technischen Grundlagen der Technologie zumeist außer Acht lassen. SMRs sind nichts anderes als Atomkraftwerke mit jahrzehntealter Technologie – nur unter neuem Namen. Harald Lesch betonte:„Es ist schlicht und ergreifend so, dass alle Kernkraftwerke Tauchsieder sind. Egal wie groß sie sind, sie machen nichts anderes als Wasser heiß. Es sind Verbrennungsmaschinen mit einem verheerenden Wirkungsgrad. Das ist eine Primitivtechnologie, wo wir eigentlich drüber hinaus sind.&quot; - H. Lesch Was Studierende ihm zufolge im ersten Jahr Physik oder Energiewirtschaft lernen, ist für SMR-Befürworter offenbar Neuland. Lesch brachte das später auf den Punkt:„Ich fühle mich als Hochschullehrer auch richtig veräppelt. Was wir seit Jahrzehnten in den Naturwissenschaften unterrichten, wird einfach komplett ignoriert.&quot; - H. LeschÖkonomisch sieht das Bild nicht besser aus. Für Deutschland bräuchte man mit den aktuell diskutierten Konzepten 225 bis 300 neue Atomkraftwerke, um den Strombedarf zu decken – bei astronomischen Kosten von rund 1000 Milliarden Euro. Claudia Kemfert dazu:„Wir finden keine Bank, die ein Atomkraftwerk finanziert oder sonstige finanzielle Unterstützung. Das muss abgesichert werden durch Subvention.&quot; - C. KemfertWarum treibt die Union die Debatte trotzdem voran? Harald Ebner, Obmann der Grünen im Umweltausschuss und Berichterstatter der Bundestagsfraktion für Atompolitik, hat eine klare Einschätzung: Laut ihm sucht die Union verzweifelt nach einem technologischen Heilsversprechen, nachdem sie sich gegen die Erneuerbaren verrannt hat. Dahinter steckt weiterhin ein handfestes Kalkül der Fossil- und Nuklearindustrie, ihre Geschäftsmodelle möglichst lange am Leben zu erhalten. „Was da betrieben wird, ist eine volkswirtschaftliche Geisterbahnfahrt allerster Güte. Am Ende ist das Geld weg – und man kommt verschüchtert an der gleichen Stelle raus, wo man angefangen hat.&quot; - H. EbnerErneuerbare Energien sind heute die günstigste Stromquelle der Welt – und anders als SMRs existieren sie bereits und werden global gerade schneller ausgebaut als jemals eine andere Energiequelle in der Menschheitsgeschichte. Vor diesem Hintergrund wäre es für die Wirtschaft in Deutschland fatal Zeit, Geld und Energie in einen atomaren Wiedereinstieg oder überhaupt nur die Debatte darüber zu stecken.Darüber hinaus verhindern die Erneuerbaren, dass wir uns wegen Uran oder fossilen Energieträgern weltweit von Autokraten wie Putin oder Trump abhängig machen. „Die Energiewende ist das beste Friedensprojekt, das wir weltweit haben.&quot;, bringt Claudia Kemfert auf den Punkt.Die Veranstaltung fand online als Videokonferenz statt. _Aufgrund des sehr großen Interesses werden wir das Gespräch neben Zoom – dort mit der Möglichkeit zu kommentieren und auch Fragen zu stellen – auch in einem Livestream zeigen und freuen uns über Ihre Teilnahme.Zum Stream kommen Sie über diesen Link: https://youtube.com/live/qXS5pFg-SR4VeranstalterFB 2-Koordinationsbüro (Ökologie)Platz der Republik 1, 11011 BerlinTEL 030/227 59406
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