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SUMMARY:We Rise: Intersektionale Feministische Kulturpolitik
DESCRIPTION:Der kulturpolitische Abend der Bundestagsfraktion feierte Künstler*innen, die sich für eine intersektionale feministische Kulturpolitik engagieren.Mit der Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge, der Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth, vielen Bundestagsabgeordneten und Künstler*innen kamen über 300 Gäste ins Gespräch.Die Key Note der Schriftstellerin Tsitsi Dangaremba bildete einen Höhepunkt des Abends.In der Kunst gilt noch immer: Frauen sind in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert. Bei den Line-ups großer Festivals sind sie in der Minderheit und in Museen vorzugsweise als Akt vertreten. Künstlerinnen werden seltener ausgestellt, ihre Werke sind auf dem Kunstmarkt finanziell weniger wert. Das Unsichtbarmachen von Frauen im Kulturbetrieb ist symptomatisch für ihre strukturelle Benachteiligung. Sie hat tiefgreifende Auswirkungen auch darauf, was überhaupt als Kunst betrachtet wird. Es gilt häufig, die Kunst ist frei, vorausgesetzt sie ist männlich und weiß.Wir Grüne im Bundestag setzen uns für einen diversen Kulturbegriff ein. Wir wollen die Arbeitsbedingungen von Künstlerinnen verbessern und strukturelle Benachteiligungen abbauen.Beim diesjährigen kulturpolitischen Abend der Bundestagsfraktion am 10. Oktober 2023 drehte sich deshalb alles um eine intersektionale feministische Kulturpolitik. Zusammen mit Künstler*innen diskutierten die Abgeordneten über die Herausforderungen für Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb. Von Kimberlé Crenshaw 1989 entwickelt, zeigt der intersektionale Feminismus, dass aus unterschiedlichen sozialen und politischen Identitäten eines Individuums Diskriminierung und Privileg resultieren, die zu Mehrfachdiskriminierungen führen können. Die Begrüßung der Gäste übernahm die Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge. Sie zeigte sich erschüttert angesichts des brutalen Überfalls der Hamas auf Israel und betonte, dass dieser Angriff auch der Kultur galt, als gezielt ein Festival mit feiernden jungen Menschen angegriffen wurde.Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, feierte in ihrer Rede mutige Künstlerinnen, die ihre Diversität nicht verstecken, sondern sie stolz leben. Sie betonte, dass auch alle, die nicht von Diskriminierung betroffen sind, dazu beitragen müssten, diese zu bekämpfen.Die Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga, 2021 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet, sprach in ihrer Keynote davon, wie Intersektionalität unsere „Sichtweisen und Wahrnehmungen“ erweitert. Sie bezeichnete eine „intersektionale feministische Politik (…) in Theorie und Praxis“ als die einzige Möglichkeit, die uns vor einer Gefahr schützt, „nämlich der Gefahr einer einzigen Erzählung, und vor den Schrecken, die ein einziges hegemoniales Narrativ in der Gesellschaft verbreitet“.Auf drei Panels diskutierten die Abgeordneten Awet Tesfaiesus, Erhard Grundl und Luise Amtsberg mit der Autorin Kübra Gümüsay, der Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer und der Sängerin Alli Neumann über die Herausforderungen, die die Kulturbranche für Frauen bereithält und ihre Strategien in diesem Arbeitsumfeld zu bestehen.Anschließend gab es an verschiedenen Stationen die Möglichkeit mit Abgeordneten und ihren jeweiligen Gästen ins Gespräch zu kommen. Sven Lehmann, Queer-Beauftragter der Bundesregierung, sprach mit der Drag-Künstlerin Marcella Rockefeller darüber, wie Vielfalt die Gesellschaft freier und damit auch resilienter macht gegen extremistische Tendenzen. Wenn Menschen angst- und diskriminierungsfrei Diversität leben können, und dabei gleiche Rechte haben und selbstverständlich Respekt erfahren, sei das ein Gewinn für alle.Die Abgeordnete Tabea Rößner tauschte sich mit dem Künstlerkollektiv Kennedy+Swan über die Herausforderung aus, vor die uns KI stellt, über problematische Vorurteile und Verzerrungen, die von vermeintlich objektiven Algorithmen übernommen werden. Um dem entgegenzuwirken, muss stärker auf die Trainingsdaten geachtet werden - und darauf, dass eine Vielzahl von Perspektiven und Erfahrungen einfließen können. Dazu gehören vielfältige Datensätze und dass mehr Frauen und Minderheiten im IT-Bereich als Programmierer*innen tätig sind, um die bestehenden Diskriminierungen nicht weiter zu verstärken.Eine angeregte Diskussion entstand auch beim Thema „Auswärtige Kulturpolitik trifft Feminismus“. Erhard Grundl wies auf die zunehmenden Versuche autokratischer Regime hin, das Feld der Kulturpolitik zu nutzen, um ihre reaktionäre Agenda im In- aber auch im Ausland durchzusetzen. Staatsministerin Katja Keul betonte die Bedeutung von Programmen für verfolgte Kulturschaffende, deren Ziel es ist, sichere Lebens- und Arbeitsräume zu schaffen. Eindrücklich schilderte die afghanische Künstlerin Sara Nabil, Teilnehmerin am vom Auswärtigen Amt finanzierten Stipendienprogramm „Goethe-Institut im Exil“, hierzu ihre Erfahrungen. Die vielen Zuhörenden steuerten eigene Erlebnisse zur Diskussion bei, wobei sich die Breite des Felds der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zeigte.Claudia Roth brachte es in ihrer Rede auf den Punkt: „Feministische Kulturpolitik ist keine Angelegenheit von Frauen für Frauen, sie ist eine Neuorientierung von Kulturpolitik insgesamt. Nichts wird Menschen auf Dauer davon abhalten, kreativ zu sein.“
LOCATION:Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus (Foyer) - Eingang West, Konrad-Adenauer-Straße 1, 10557 Berlin
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