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SUMMARY:Wie versorgen wir morgen? Die grüne Gesundheitsberufekonferenz
DESCRIPTION:Fachkräftemangel, überbordende Bürokratie, mangelnde Mitbestimmung und fehlende politische Repräsentanz - vor diesen strukturellen Herausforderungen stehen viele Gesundheitsberufe.Die Grüne Gesundheitsberufekonferenz bot eine Plattform für praxisnahen Austausch und politische Weichenstellungen.Wir haben gemeinsam mit Praktiker*innen der Gesundheitsberufe in verschiedenen Formaten diskutiert, wie gute Arbeitsbedingungen und eine qualitativ hochwertige, gerechte und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung heute und in Zukunft gestaltet werden können.Wie sichern wir eine gute Gesundheitsversorgung in Zeiten von Fachkräfteengpässen, demografischem Wandel und digitaler Transformation? Diese Frage stand im Zentrum der Grünen Gesundheitsberufekonferenz im Dezember 2025. Deutlich wurde: Abwarten ist keine Option – erforderlich sind mutige strukturelle Reformen, ein Kulturwandel und die konsequente Einbindung aller Gesundheitsberufe.In seiner Keynote zeichnete Prof. Dr. Ferdinand Gerlach einen Zukunftsausblick bis 2040. Megatrends wie die doppelte demografische Entwicklung, Ambulantisierung, Urbanisierung, Klimawandel und Digitalisierung werden das Gesundheitswesen grundlegend verändern. Dabei widersprach er der verbreiteten Erzählung vom reinen Fachkräftemangel: Bei effizienteren Strukturen könnten vorhandene Fachkräfte deutlich mehr bewirken. Beispiele aus der Plattformökonomie und der internationalen Medizin zeigen, wie datenbasierte, vernetzte Versorgung „anytime and anywhere“ funktionieren kann – etwa durch „Hospital at Home“-Modelle, die schon heute gute und teilweise bessere Behandlungsergebnisse erzielen.Ein zentrales Thema der Konferenz war die interprofessionelle Zusammenarbeit. In Panels und Diskussionen wurde klar: Gute Versorgung ist Teamarbeit – wird aber noch immer durch Sektorengrenzen, Hierarchien und fehlende Vergütung ausgebremst. Zusammenarbeit ist häufig weder vorgesehen noch strukturell abgesichert, obwohl Patient*innen gerade Verlässlichkeit, Orientierung und ganzheitliche Betreuung brauchen. Gefordert wurden ein Kulturwandel hin zu klaren Rollen, erweiterten Kompetenzen, digitaler Unterstützung – etwa durch gemeinsame Nutzung der elektronischen Patientenakte – sowie eine stärkere Verankerung interprofessioneller Kompetenzen in Ausbildung und Studium. Internationale Beispiele zeigen, dass Vergütung und klare rechtliche Rahmenbedingungen Zusammenarbeit messbar verbessern.Auch die Arbeitsbedingungen selbst standen im Fokus. Im Panel zu „Guter Arbeit im Gesundheitswesen“ wurde deutlich: Wenn Beschäftigte ausbrennen, gerät das gesamte System unter Druck. Strukturelle Ungleichgewichte – etwa fehlende Mitbestimmung, Gender Data Gaps in Forschung und Versorgung oder Arbeitsbedingungen, die Lebensphasen ignorieren – schaden nicht nur den Beschäftigten, sondern auch der Versorgungsqualität. Geschlechtersensible Medizin, lebensphasenadaptierte Arbeit und das Hinterfragen überkommener Machtstrukturen wurden als zentrale Hebel benannt. Praxisbeispiele wie die europäische Studie „Magnet4Europe“ zeigen, dass wertschätzende Führung, datenbasierte Steuerung und multiprofessionelle Teams Burnout senken und Patient*innensicherheit erhöhen.In den Themenforen rückte die Digitalisierung konkret in den Blick. Beispiele aus Dänemark, Israel und der Berliner Charité verdeutlichten das Potenzial von Telemedizin, KI-gestützter Analyse und partizipativer Entwicklung digitaler Anwendungen. Gleichzeitig wurde betont: Akzeptanz, Datenqualität, klare Haftungsfragen und die frühzeitige Einbindung der Gesundheitsberufe sind entscheidend, damit Digitalisierung auch tatsächlich entlastet.Die Akademisierung der Gesundheitsberufe wurde als Schlüssel für bessere Versorgung – insbesondere im ländlichen Raum – diskutiert. Vorgeschlagen wurden ein gemeinsames Grundstudium mit anschließender Spezialisierung, erweiterte Handlungskompetenzen nicht-ärztlicher Berufe, klare Karrierewege bis hin zu Master und Promotion sowie eine stärkere Verzahnung von Ausbildung und Studium.Das Fazit der Konferenz ist eindeutig: Eine gerechte, hochwertige und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung gelingt nur, wenn wir Gesundheitsberufe stärken, interprofessionell auf Augenhöhe zusammenarbeiten und Strukturen konsequent an den Bedürfnissen von Patient*innen und Beschäftigten ausrichten.Diese Herausforderungen wollen wir als Grüne Bundestagsfraktion entschlossen angehen. Für den offenen und praxisnahen Austausch danken wir allen Beteiligten sehr – die vielfältigen Impulse und Erkenntnisse der Konferenz werden wir in unsere parlamentarische Arbeit aufnehmen und politisch weitertragen.VeranstalterFB 5-Koordinationsbüro (Gesellschaftspolitik und soziale Infrastruktur)Platz der Republik 1, 11011 BerlinTEL 030/227 51814fachbereich5@gruene-bundestag.de
LOCATION:Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, (Eingang Süd) Europasaal 4.900
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