Fipronil in EiernAgrarwirtschaft stellt Profite über alles

Eier-Skandal: Eier-Vernichtung in den Niederlanden
Hunderttausende mit dem Kontaktgift Fipronil verseuchte Hühnereier sind in den Handel gekommen. Wir sprechen mit Friedrich Ostendorff, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, über den Skandal und die Konsequenzen.

Hunderttausende mit dem Kontaktgift Fipronil verseuchte Hühnereier sind in den Handel gekommen. Wir sprechen mit Friedrich Ostendorff, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, über den Skandal und die Konsequenzen.

Wie kommt Fipronil in die Eier?

Friedrich Ostendorff: Das Insektizid wurde einem Gemisch von ätherischen Ölen für Hühnerställe beigesetzt, mit dem Ziel, die rote Vogelmilbe zu bekämpfen. Soweit wir bisher wissen, wussten die Landwirte nichts von dem schädlichen Mittel. Die Verantwortung ist hier bei dem Hersteller zu suchen.

Was muss der Verbraucherschutzminister Schmidt tun?

Lebensmittelkrisen erfordern eine besonders schnelle und wirksame politische Steuerung, da Gesundheit und Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch die wirtschaftliche Existenz von landwirtschaftlichen und ernährungswirtschaftlichen Betrieben erheblich hiervon abhängen. All das haben wir bei Minister Schmidt nicht gesehen. Seine Reaktion hat zu lange auf sich warten lassen und seine Aussagen schaffen kein Vertrauen, sondern schüren die Verunsicherung bei den Verbrauchern. Er sagt, die Lage sei unter Kontrolle, doch keine zwölf Stunden später stellt Aldi den Verkauf von Eiern komplett ein. Wie kann es sein, dass der Minister beim vorsorglichen Verbraucherschutz von einem Lebensmitteldiscounter überholt wird?

Wieso gibt es immer wieder Lebensmittelskandale?

Wir sehen seit vielen Jahren in der Agrarwirtschaft und der Lebensmittelindustrie eine Entwicklung, die den Profit über alles stellt. Das führt zu unübersichtlichen Handelsströmen und einer Industrialisierung der Landwirtschaft und der Tierhaltung. Besondere Herausforderungen stellen dabei die effiziente Koordination der Lebensmittelüberwachungsbehörden und die zeitnahe Information der Verbraucherinnen und Verbraucher dar. Wenn ich mir das Agieren von Minister Schmidt anschaue, hat die Bundesregierung hat aus den vergangenen Skandalen wie Gammelfleisch, Pferdefleisch und Dioxin nichts gelernt.

Weitere Informationen auch auf unseren Themenseiten zu Verbraucherschutz & Agrar.

Mehr zum Thema Verbraucherschutz

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4404095