Gesundheitsgefährdende KosmetikAlu im Deo

Ein Mann benutzt ein Deodorant.

Aluminium begegnet uns in nahezu allen Lebensbereichen – auch in Lebensmitteln oder Kosmetika wie Deodorants, Sonnencreme oder Lippenstift. Dabei steht Aluminium seit längerem in Verdacht, an der Entstehung von Alzheimer oder Brustkrebs beteiligt zu sein.

Die gesundheitliche Bedenklichkeit von Aluminium, das über die Ernährung oder die Haut aufgenommen werden kann, steht seit Jahren in der Diskussion – insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Beteiligung an der Entwicklung von Alzheimer oder Brustkrebs. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass hohe Aluminiumdosen neurotoxische Wirkungen beim Menschen und embryotoxische Effekte in Tierstudien zeigen.

Empfohlene Aufnahmemenge wird allein durch tägliche Deo-Verwendung überschritten

Neu ist die Erkenntnis, dass allein durch die tägliche Verwendung von aluminiumhaltigem Deodorants bzw. Antitranspirantien die tolerierbare Aufnahmemenge von Aluminium bei den meisten Menschen überschritten wird. Diese liegt laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei rund 8,6 Mikrogramm (berechnet für einen 60 Kilogramm schweren Menschen). Bei der Verwendung von aluminiumhaltigem Deodorant auf gesunder Haut liegt die errechnete systemische Aufnahmemenge mit rund 10,5 Mikrogramm bereits deutlich darüber. Die Werte, die bei geschädigter Haut – beispielsweise durch Rasur – festgestellt wurden, liegen sogar noch um ein Vielfaches höher. Das ist besorgniserregend und noch nicht ausreichend in der Bevölkerung bekannt. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor einer dauerhaften Überschreitung der tolerierbaren Aufnahmemenge. Zumal diese bei den meisten Menschen schon durch die Aufnahme über die Nahrung erreicht wird.

Aufnahmemenge an Aluminium muss deutlich reduziert werden

Während die Aufnahmerate und Wirkung von Aluminium über die Ernährung relativ gut untersucht ist, liegen zur Aufnahme über die Haut und den damit einhergehenden möglichen gesundheitlichen Auswirkungen widersprüchliche Studienergebnisse vor. Hier besteht dringender weiterer Forschungsbedarf.

Die Antwort der Bundesregierung auf unsere Anfrage „Einsatz und Auswirkungen von Aluminiumsalzen in Kosmetika“ ist enttäuschend. Obwohl ihr das Problem seit längerem bekannt ist, sind ihre bisherigen Aktivitäten mehr als dünn. Stattdessen verweist sie auf die Eigenverantwortung der Hersteller und die Zuständigkeit der EU. Dass Produktsicherheit auch in den Zuständigkeitsbereich des neuen Ministers Schmidt fällt, scheint erst noch ankommen zu müssen. Er muss dafür sorgen, dass Kosmetik sicher ist und dass Verbraucherinnen und Verbraucher über mögliche Gesundheitsgefahren informiert werden.

Auch konkretes Wissen zur Konzentration von Aluminium in Kosmetik sucht man bei der Bundesregierung vergebens. Obwohl es für sie ein leichtes wäre, abzufragen oder testen zu lassen, wie hoch die Aluminiumkonzentrationen in den unterschiedlichen Produkten, insbesondere in Antitranspirantien, ist, kann sie dazu keinerlei Auskunft geben. Der geschätzte durchschnittliche Wert liegt laut BfR bei einer Konzentration von rund 20 Prozent Aluminiumchlorohydrat (5 Prozent Aluminium) in Antitranspirantien. Laut Industrieverband Körperpflege und Waschmittel ist die Konzentration mit 30 Prozent sogar noch deutlich höher.

Bessere Information und Grenzwerte notwendig

Die Bundesregierung muss ihrer Informations- und Vorsorgepflicht nachkommen. Notwendig sind Verwendungshinweise, zum Beispiel „Nicht auf verletzter Haut anwenden“. In anderen EU-Ländern gibt es diese bereits. Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, dass sie aluminiumhaltiges Deo besser nicht nach dem Rasieren auftragen dürfen, werden sie schnell zu Alternativen greifen und damit Druck auf die Hersteller machen. Das scheint die Bundesregierung nicht für nötig zu halten, sondern verweist auf die gängigen, klein-gedruckten Inhaltsangaben wie „Ammonium Alum“ oder „Potassium Alum“.

Außerdem empfiehlt das BfR die Einführung eines generellen Grenzwerts für Aluminiumsalze in Antitranspirantien. Auch hier ist die Bundesregierung verhaltener. Sie will dies gegebenenfalls prüfen, allerdings erst nachdem die Prüfungen auf EU-Ebene weiter vorangeschritten sind.

Wir fordern die Bundesregierung auf, nicht länger auf Zeit zu spielen, sondern ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Sicherheit von Kosmetik definitiv sicher zu stellen.

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3 Kommentare
Erbitte Quellenangaben zur o.g. wissenschaftlichen Studie
Markus Sayfarth 08.05.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

danke für die Aufklärung.

Sie schreiben:
"Wissenschaftlich erwiesen ist, dass hohe Aluminiumdosen neurotoxische Wirkungen beim Menschen und embryotoxische Effekte in Tierstudien zeigen."

Können Sie eine Quellenangabe dafür machen, bitten?
Damit könnte ich dann meine konkreten Fragen einem Deo-Hersteller stellen.

Ich danke Ihnen vielmals und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

AW: Erbitte Quellenangaben zur o.g. wissenschaftlichen Studie
Redaktion 08.05.2014

Sehr geehrter Herr Sayfarth,
die besagte Studie finden Sie hier:
http://www.bfr.bund.de/cm/343/aluminiumhaltige-antitranspirantien-tragen-zur-aufnahme-von-aluminium-bei.pdf

Mit freundlichem Gruß,
die Onlineredaktion

Doreen 24.05.2014

Es wird wirklich Zeit das da was passiert.. was man da in letzter Zeit alles so liest macht einem echt Angst.
Welche Deos ohne Aluminium wirken denn auch gut?
Ich habe bisher ein 8x4 gehabt, und war nicht so begeistert. Hier mehr Infos:

http://www.deo-ohne-aluminiumsalze.de/liste-aluminiumfreie-deos/

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