Gesundheits-AppsBundesregierung ohne Strategie

Schrittzähler auf einem Iphone
Eine Iphone App, die Schritte zählt

Schrittzähler, Ernährungsberater, Fitnesscoach – die Palette der Gesundheitsapps ist breit. Rund 100.000 solcher Apps sind mittlerweile auf dem Markt. Doch eine vom Gesundheitsministerium geförderte Untersuchung ergab, dass der Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher oft unklar ist. So können sich die Nutzer nicht unbedingt darauf verlassen, dass die angezeigten Messwerte stimmen. Zuwenig Beachtung findet laut Studie auch der Datenschutz. Orientierung in diesem riesigen und unüberschaubaren Markt gibt es für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht, da es kaum anerkannte Qualitätskriterien gibt.

Irgendwie, irgendwo, irgendwann …

Die Bundesregierung hat bisher keine Strategie, um die rasante Entwicklung zu gestalten. So verwies die Bundesregierung in der Antwort auf unsere Kleine Anfrage auf die EU, auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Hersteller und auf eine E-Health-Initiative, die noch keine Ergebnisse geliefert hat. Angesichts der vielen Tausend NutzerInnen von Gesundheitsapps gilt es aber, jetzt schon für einen ausreichenden Verbraucherschutz zu sorgen anstatt auf zukünftige europäische Regelungen zu setzen. Gerade bei gesundheitlichen Daten müssen Verbraucherinnen und Verbraucher sich darauf verlassen können, dass Apps zuverlässig sind und Datenschutzregeln eingehalten werden. Hierfür braucht es klare Qualitätskriterien und Transparenz.

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Im Oktober 2016 diskutierten auf Einladung der grünen Bundestagsfraktion Expertinen und Experten über die Qualität von Gesundheits-Apps.

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