TextilproduktionFair kleidet gut

Nachhaltige Kleidung ist mittlerweile auch auf der Berliner Fashion Week ein Thema. In den Geschäften ist nachhaltige Mode aber immer noch ein Nischenprodukt.

Auch wenn die Nachfrage nach fairer und nachhaltiger Kleidung steigt – nachhaltig produzierte T-Shirts, Jeans und Pullis sind immer noch ein Nischenmarkt und, anders als bei Lebensmitteln, in den meisten Läden kaum zu finden. Die Fashion Week in Berlin widmet sich aber dem Thema – im Greenshowroom und bei der Ethical Fashion Show zeigen grüne Vorreiter, wie Mode auch nachhaltig funktionieren kann.

Textilbündnis: Magere Bilanz nach drei Jahren

Vor fast fünf Jahren hat die Katastrophe von Rana Plaza, bei der mehr als tausend Fabrikarbeiterinnen und –arbeiter starben, die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie ins Bewusstsein der Menschen gebracht und endlich auch auf die politische Agenda der Bundesregierung gesetzt. Entwicklungsminister Müller startete 2014 das Textilbündnis, das für bessere Arbeitsbedingungen sorgen sollte – allerdings auf rein freiwilliger Basis. Drei Jahre später hat sich leider noch nicht viel geändert. Als es letztes Jahr ernst wurde und die beteiligten Unternehmen sich selbst sogenannte Roadmaps mit konkreten Zielvorgaben zu Verbesserungen in der Produktion auferlegen mussten, sprangen viele der ursprünglichen Mitglieder des Textilbündnisses wieder ab. Das Bündnis repräsentiert gerade die Hälfte des Textilmarktes in Deutschland. Große Sprünge sind daher mit der freiwilligen Initiative nicht zu erwarten. Immerhin haben sich die beteiligten Firmen jetzt neben ihren jeweiligen individuellen Zielen auch gemeinsame Ziele und Zeitpläne gesetzt. So wollen sie bis 2020 mindestens 35 Prozent nachhaltige Baumwolle einsetzen. Der Haken daran: Die Ziele gelten für alle beteiligten Unternehmen. Wenig ehrgeizige Unternehmen können sich also auf dem Rücken der Vorreiter ausruhen.

Gesetzliche Transparenz- und Sorgfaltspflichten notwendig

Die grüne Bundestagsfraktion hält daher gesetzliche Regelungen für notwendig, um den notwendigen, grundlegenden Wandel in der Textilproduktion zu erreichen.

Mit unserem Antrag Kleidung fair produzieren zeigen wir einen Weg auf, wie durch europäische Vorgaben faire Produktionsbedingungen für Textilien durchgesetzt werden können:

Für Textilunternehmen, die in Europa oder für den europäischen Markt produzieren, sollen gesetzliche Transparenz- und Sorgfaltspflichten gelten. Die Unternehmen sollen nachweisen müssen, wo und wie produziert wurde. Wie bei Lebensmitteln soll auch für Kleidung der gesamte Produktionsweg bekannt sein. Vor allem aber müssen die Unternehmen dafür sorgen, dass überall in der Kette internationale Arbeits- und Umweltschutzstandards eingehalten werden.

Zukunftsfähige Unternehmensverantwortung

Auch für andere Branchen muss es einen gesetzlichen Rahmen dafür geben, welche Verantwortung und Pflichten Unternehmen haben. Hierfür haben wir mit unserem Maßnahmenpaket „Zukunftsfähige Unternehmensverantwortung“ konkrete Vorschläge vorgelegt. Darin finden sich folgende Regelungen:

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