EnergieverbrauchGeschönte Energieangaben bei Haushaltsgeräten

Energieverbrauchskennzeichnung an einem Kühlschrank
Wir Grüne Im Bundestag fordern realistische Angaben bei den Energieverbrauchswerten von Haushaltsgeräten. Wenn Haushaltsgeräte im Alltag einen 30 Prozent höheren Verbrauch haben als angegeben, ist das Verbrauchertäuschung. Die Testverfahren müssen dem realen Verbrauch angepasst werden.

Nicht nur für Abgastests gilt, dass die Prüfbedingungen unrealistisch sind. Das trifft auch für die Messung des Energieverbrauchs von Haushaltsgeräten zu. Fernseher, Kühlschränke oder Geschirrspüler verbrauchen oft 20 bis 30 Prozent mehr als auf dem Energielabel angegeben, im Extremfall sogar das Doppelte – das zeigt eine aktuelle Studie europäischer Umweltverbände. Diese Differenz zwischen Labor und der realen Welt weist auch die Stiftung Warentest in ihren Tests immer wieder nach. Doch an den Prüfverfahren, die auf EU-Ebene von Standardisierungsorganisationen ausgearbeitet werden, hat das bislang nichts geändert – sie hinken Technik und realer Nutzung hinterher. Die Folge: Systematische Verbrauchertäuschung über den tatsächlichen Energieverbrauch. Und für die Hersteller bieten sich Möglichkeiten, sich den Testbedingungen anzupassen und Ergebnisse zu schönen, ohne aber den tatsächlichen Energieverbrauch zu reduzieren. So berichtet die Stiftung Warentest, dass manche Hersteller die Möglichkeiten der Label-Vorschriften stärker ausnutzen als andere.

Haushaltsgeräte: Grüne im Bundestag setzen sich für realistische Energieverbrauchsangaben ein

Die grüne Bundestagsfraktion hat schon mehrfach bei der Bundesregierung auf diese Problematik der unrealistischen Energieangaben auf Haushaltsgeräten hingewiesen. Auf unsere Anfrage hin hat die Bundesregierung zwar eingeräumt, dass das tatsächliche Verbraucherverhalten bisher zu wenig berücksichtigt wird. Fehlanzeige aber bei unserer Frage danach, welche konkreten Änderungsvorschläge sie hierzu auf EU-Ebene einbringt. Hierzu seien noch weitere Untersuchungsergebnisse notwendig.

Wir meinen: Was ich kaufe, muss auch halten, was es verspricht – beim Auto, beim Fernseher oder beim Staubsauger. Wenn Haushaltsgeräte im Alltag einen 30 Prozent höheren Verbrauch haben als angegeben, ist das Verbrauchertäuschung. Die Testverfahren müssen dem realen Verbrauch angepasst werden. Hierfür muss sich die Bundesregierung auf EU-Ebene stark machen und für besseren Verbraucherschutz sorgen.

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