TelefonanbieterwechselKein Anschluss unter dieser Nummer

Nahaufnahme eines Telefonapparates

Immer wieder hört man im Bekannten- und Kollegenkreis von Problemen beim Wechsel des Telefonanbieters. Ohne funktionsfähigen Telefonanschluss steht in der Regel auch kein Zugang zum Internet zur Verfügung. Die grüne Bundestagsfraktion hat bei der Bundesregierung nachgefragt, wie hoch bundesweit die Beschwerden sind und welche Ursachen gesehen werden. Nun liegt die Antwort aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vor. Sie enthüllt erschreckende Details:

Mehr als 25.000 Bürger haben sich seit 2013 bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) beschwert, dass sie aufgrund des Anbieterwechsels zeitweise ohne Telefon und Internet waren. Nach langem Zögern hat die Bundesnetzagentur Anfang des Jahres drei Bußgelder gegen Telefonunternehmen verhängt. Seitdem sind aber die Beschwerdezahlen nicht zurück gegangen. Sie sind seit 2012 nahezu konstant.

Der reibungslose Wechselprozess ist in der Tat kompliziert. Hier bedarf es vieler technischer Voraussetzungen und entsprechender Investitionen. Die Branche hat sich darum jahrelang nicht gekümmert und auch neue Gesetzeslagen nicht wirklich ernst genommen. Viel zu lange hat die Bundesnetzagentur einfach nur zugesehen. Diese Passivität hat sie auch in der Vergangenheit schon gezeigt, etwa als es um fragwürdige Praktiken bei der Telefonwerbung oder den Umgang mit 0900 Nummern ging. Dabei wäre die Agentur kompetent genug. Zu oft belässt sie es aber dabei, fragliche Anbieter freundlich zu ermahnen.

Bundesnetzagentur muss schneller handeln

Letztes Jahr haben wir sie deswegen öffentlich angegriffen und Anfang des Jahres gab es die ersten Bußgelder. Die BNetzA muss man leider zum Jagen tragen. Verbraucherschutz ist dieser Behörde nicht so geheuer.

Wir werden jetzt beobachten, wann die Branche die technischen Lösungen realisiert – wie bspw. ein IT Verfahren zur Übermittlung der Kundendaten. Die BNetzA muss aber weiter Druck machen. Die bisherigen Bußgelder sind Peanuts für die Unternehmen. Der augenblicklich sehr manuelle Wechselprozess ist sehr mitarbeiterintensiv, gerade für den alten Anbieter, der den Kunden verliert. Der hat natürlich kein Interesse hierfür ausreichend Leute anzustellen. Hier muss die BNetzA weiterhin den Anbietern auf die Finger schauen und Konsequenzen androhen, ansonsten bleibt die Übergangsphase weiterhin holprig.

Was VerbraucherInnen tun können

Eine Sache hat sich als hilfreich erwiesen: Wenn es Probleme beim Wechsel gibt, sollte man dies als Verbraucher in die Vorstände des alten und neuen Anbieters kommunizieren. Da reicht häufig schon ein freundliches Fax/ Mail in die jeweiligen Vorstandsbüros mit dem Inhalt, dass man sich nicht richtig betreut fühlt.

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