VergleichsportaleMehr Transparenz!

Vergleichsportale gaukeln Usern vor, dass die angebotenen Preisvergleiche den kompletten Markt berücksichtigen. Das ist jedoch fast nie der Fall.

Egal ob es um die nächste Urlaubsreise, einen neuen Handytarif oder Stromanbieterwechsel geht – der erste Schritt ist häufig der Blick auf ein Buchungs- oder Vergleichsportal. Sie sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken und erleichtern Information, Vergleich und Buchung.

Kein Wunder also, dass 72 Prozent der Internetnutzerinnen und Internetnutzer Vergleichsplattformen besuchen, um sich vor dem Kauf über bestehende Angebote oder Preise zu informieren. Gerade in Märkten mit vielen Anbietern und Produktvariationen können Portale Orientierung geben.

Aber nicht alle Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher sind realistisch. Denn die Portale bilden meist nicht den gesamten Markt ab und nicht immer bieten sie den besten Preis. Viele sind eben keine unabhängigen Vergleichsportale, sondern Buchungsportale. Diese agieren dann als Vermittler und verfügen nur über bestimmte Anbieter und Angebote. Doch das machen die Portale in der Regeln nicht transparent.

Eine Studie der EU-Kommission zeigt auf, dass fast zwei Drittel der Verbraucherinnen und Verbraucher bereits Probleme bei der Nutzung von Vergleichsplattformen hatten, meist verursacht durch unvollständige Informationen. So machte weniger als die Hälfte der Plattformen transparent, ob sie den gesamten Markt oder nur eine bestimmte Vorauswahl von Anbietern abbilden. Verbraucherinnen und Verbraucher konnten nicht erfahren, ob und wenn ja, welche wirtschaftlichen Beziehungen es zwischen Portalbetreibern und Anbietern gibt.

Nicht einmal ein Drittel der untersuchten Vergleichsplattformen gab Auskunft darüber, auf Basis welcher Vergleichskriterien sie zu ihren jeweiligen Ergebnissen kam.

Mehr Transparenz schaffen

Als grüne Bundestagsfraktion ist es unser Ziel, hier mehr Transparenz zu schaffen:

Wir wollen sicherstellen, dass Portale bestimmte Informationen auf ihrer Internetseite offenlegen. Sie sollen angeben müssen, welche Kriterien den Rankings zugrunde liegen und ob sie Provisionen von Anbietern erhalten.

In vielen Fällen sind Portalinhalte und platzierte Werbung schwer zu unterscheiden, weshalb es hier eine klarere Abgrenzung geben muss.

Darüber hinaus fordern wir mehr Preisklarheit, damit nicht erst am Ende des Buchungsprozesses der wirkliche Preis erscheint.

Um die Objektivität der Portale zu gewährleisten, sollen nur Kriterien herangezogen werden, die für die Verbraucherin oder den Verbraucher relevant sind. Eine einheitliche Bewertung aller Angebote muss gewährleistet sein.

Grüne Initiativen

Mehr zum Thema Verbraucherschutz

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4400867