KontogebührenVerbraucherschutz bei Kontogebühren

Überweisungsschein
Für Überweisungen und andere Arbeitsvorgänge kann eine Bank oder Sparkasse natürlich Geld verlangen. Aber die Gebühren müssen verständlich dargestellt und transparent sein, fordert unser grüner Antrag.

Fast alle kennen die unliebsamen Überraschungen auf dem Kontoauszug: Kosten von bis zu sieben Euro für das Abheben an fremden Geldautomaten, Dispozinsen von mehr als 12 Prozent und ein immer größerer werdender Gebührendschungel bei den Kontogebühren. Die grüne Bundestagsfraktion hat einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht, durch den solche Maschen der Banken und Sparkassen verhindert werden.

Transparente Kontogebühren sind legitim

Natürlich ist die Führung eines Zahlungskontos eine Dienstleistung, für die eine Bank oder Sparkasse auch eine Gegenleistung verlangen darf. Schließlich funktioniert das Angebot einer kostenlosen Kontoführung bisher oftmals nur dank Querfinanzierungen durch andere Produkte. Es darf jedoch nicht sein, dass die Gebühren dazu führen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher leicht den Durchblick verlieren können und die Menschen deutlich über Gebühr belastet werden.

Vergleichbarkeit von Kontogebühren schaffen

In den letzten Monaten gab es zahlreiche Medienberichte zu steigenden und neuen Kontogebühren. Die zunehmende Aufsplitterung führt zu Intransparenz und Irritation bei den Verbraucherinnen und Verbraucher. So kann es schon mal vorkommen, dass für jeden Klick im Online-Banking oder für jede Abhebung am Geldautomaten eine Gebühr verlangt wird. Oftmals intransparente Änderungen der Entgelte verstärken das Verbraucherproblem. Wir fordern Regelungen, sodass alle Banken und Sparkassen wieder zu mehr Fairness kommen und die Verbraucherinnen und Verbraucher wieder einen wirklichen Überblick über die Gebühren erhalten.

Dispozinsen deckeln

Weiterhin langen die Banken bei den Dispozinsen kräftig zu. Natürlich sind Dispokredite unter anderem aufgrund ihrer kurzfristigen Inanspruchnahme mit mehr Kosten und Risiken verbunden. Doch das Verhältnis stimmt bei Zinssätzen von mitunter über zwölf Prozent angesichts der aktuellen Zinssituation nicht.

Weil diese Zinssätze in der Regel kein entscheidendes Wettbewerbskriterium sind, kassieren hier einige Banken und Sparkassen ordentlich von den Kundinnen und Kunden ab. Es ist an der Zeit, diesem Vorgehen ein Ende zu setzen und die Dispo- und Überziehungszinssätze in Form eines flexiblen Deckels zu begrenzen.

Dieses Wahlversprechen gab die SPD im Wahlkampf 2013.Heraus kamen stattdessen aber lediglich eine Informationspflicht über den Dispozinssatz und ein Warnhinweis und Beratungsangebot, wenn man in den Dispo rutscht.

Höchstgrenze fürs Fremdabheben einführen

Hinsichtlich der Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten fordern wir eine Höchstgrenze sowie einen frühzeitigen Hinweis auf die Kosten. Denn häufig erscheint der Preis fürs Abheben erst spät und ist mit bis zu acht Euro viel zu üppig, wie die Stiftung Warentest in einem Praxistest 2016 festgestellt hat. Dass solche Summen nicht nötig sind, haben die Banken selbst gezeigt: Vor einigen Jahren verpflichteten sich einige Banken noch, die Gebühren auf 1,95 Euro einzudämmen. Nach dem Scheitern dieser Selbstverpflichtung besteht hier Handlungsbedarf.

Rechtsklarheit für Basiskonto-Gebühren schaffen

Ein weiteres Ärgernis sind die teilweise hohen Kosten für das endlich geschaffene Basiskonto, das auch Obdachlosen, Flüchtlingen oder ausländischen Studierenden den Zugang zu einem Girokonto ermöglichen soll. Wie in der entsprechenden EU-Richtlinie vorgesehen, darf der Anspruch auf ein Basiskonto nicht nur rechtlich, sondern muss auch wirtschaftlich möglich sein. Doch statt dies klar rechtlich festzuhalten, hat die Bundesregierung unklare Rechtsbegriffe bezüglich der zu erhebenden Entgelte geschaffen, was dazu führt, dass der Anspruch auf ein Konto für manche Menschen nur auf dem Papier existiert. Wir fordern, dass die Bundesregierung für Rechtsklarheit bezüglich der Begriffe „angemessen“ und „marktüblich“ sorgt.

Mehr zum Thema Verbraucherschutz

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4403475