Europäische VersicherungsvertriebsrichtlinieVerbraucherschutz kommt zu kurz

ein Formular für eine Unfall-Zusatzversicherung auf der ein roter Stift liegt
In Deutschland gibt es circa 431 Millionen Versicherungsverträge. Das sind mehr als sechs Verträge pro Erwachsenem. Viele VerbraucherInnen sind zwar teuer, aber trotzdem unzureichend versichert. Daher fordert die grüne Bundestagsfraktion in ihrem Antrag die europaischen Versicherungsvertriebsrichtlinien ins deutsche Recht so umzusetzen, dass mehr Transparenz und Verbraucherschutz im Versicherungsmarkt geschaffen wird.

Rund 431 Millionen Versicherungsverträge gibt es in Deutschland – das sind mehr als sechs Verträge pro Erwachsenem. Leider können Verbraucherinnen und Verbraucher aber nicht in allen Fällen darauf vertrauen, dass die Versicherungen, die sie abschließen, ihnen wirklich nützen. Untersuchungen der Stiftung Warentest und der Verbraucherzentralen zeigen immer wieder: Viele VerbraucherInnen sind zwar teuer, aber trotzdem oft unzureichend versichert. Die grüne Bundestagsfraktion hat hierzu einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

Mehr Transparenz und Verbraucherschutz

Mit diesem Entschließungsantrag machen wir deutlich, wie der Verbraucherschutz im Versicherungsvertrieb konsequent ausgebaut wird. Unser Ziel ist es, die Beratungsqualität zu erhöhen, eine gemeinsame Aufsicht der BaFin für Versicherungsunternehmen und Versicherungsvermittler zu erreichen sowie die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien zu verbessern.

Die europäische Versicherungsvertriebsrichtlinie und ihre Umsetzung ins deutsche Recht müssen mehr Transparenz und Verbraucherschutz im Versicherungsmarkt schaffen. Ein Kernstück des Gesetzes war ursprünglich, dass unabhängige Beratung und provisionsbasierte Vermittlung klar voneinander getrennt werden. So der Plan – aber im Laufe der Beratungen wurde genau dieses Ziel auf Druck der Vermittler wieder aufgegeben. Versicherungsmakler müssen sich – anders als ursprünglich im Gesetzentwurf vorgesehen - nicht auf ein Modell der Vermittlung festlegen, sondern können Rosinenpickerei zu Lasten von Verbraucherinnen und Verbrauchern betreiben.

Für VerbraucherInnen: Ein zweites Preisschild einführen

Auch bei einem anderen wichtigen Thema lässt die Bundesregierung die VerbraucherInnen im Regen stehen: bei den Restschuldversicherungen. Diese werden immer häufiger bei der Aufnahme eines Kredites mitverkauft, als Absicherung vor Zahlungsausfall bei Arbeitslosigkeit oder Tod. Der Haken daran: Bis zu 70 Prozent der Versicherungsprämie bleibt als Provision bei den Banken. Doch Restschuldversicherungen machen nicht nur die Kredite teurer, sondern sie werden Verbraucherinnen und Verbrauchern in vielen Fällen ohne ausreichende Beratung mitverkauft. Die Bundesregierung geht das Thema nur unzureichend an und schafft sogar noch Ausnahmeregelungen für diese Versicherungsart. Wir fordern stattdessen die Einführung eines „zweiten Preisschildes“. So sollen VerbraucherInnen klar erkennen können, wie sich der Effektivzinssatz des aufgenommenen Kredites durch die Restschuldversicherung verändert.

Mehr zum Thema Verbraucherschutz

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4403850