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LebensversicherungenVersicherte bei Verkäufen an Investoren rechtlich besser schützen

Eine Beratungssituation

In Deutschland gibt es mehr Lebensversicherungsverträge als Menschen. Und mehr als die Hälfte des jährlichen Sparvolumens fließt in Lebensversicherungen. Doch einmal mehr fühlen sich viele Versicherte durch ihr Versicherungsunternehmen im Stich gelassen. Zwischenzeitlich hatten Ergo (sie sind mittlerweile wieder davon abgerückt) und Generali Pläne, insgesamt rund zehn Millionen Lebensversicherungsverträge zu verkaufen.

1,8 Millionen Verträge kleinerer Versicherungsgesellschaften wurden bereits in den letzten Monaten bei sogenannten „Run-offs“ an Investoren veräußert. Sollte sich Generali tatsächlich von seinen rund vier Millionen Verträgen trennen, würde dieser Ausverkauf von Lebensversicherungen also eine ganz neue Dimension annehmen.

Vertrauensbruch gegenüber Versicherten

Stand Kundinnen und Kunden bislang ein selbst ausgewähltes Unternehmen gegenüber, ist es nach dem Verkauf meist eine unbekannte Run-off-Plattform. Damit verletzen die Versicherungsunternehmen das Vertrauen, das die KundInnen den jeweiligen Versicherern gegeben haben. Häufig wurde angesichts der langen Laufzeiten aber mit genau diesem Vertrauen geworben.

Gefragt wird bei einem solchen Verkauf nur die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), nicht aber die Kundinnen und Kunden. Zwar bleiben die zentralen Ansprüche auch beim neuen Unternehmen erhalten, trotzdem ist zu befürchten, dass bei den Investoren die Renditeoptimierung noch stärker im Vordergrund steht.

Gesetzlicher Regelungsbedarf

Für uns Grüne im Bundestag ist klar: Wir brauchen hier eine gesetzliche Regulierung, die die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher stärkt. Ein Verkauf von Versicherungsverträgen darf nicht zum Schaden der Versicherten führen. Das kann dadurch sichergestellt werden, dass die Kundinnen und Kunden einem Verkauf zustimmen müssen oder durch entsprechende Nachhaftungsregelungen. Die Zustimmung der BaFin reicht jedenfalls nicht aus.

Ein Verkauf darf immer nur die letzte Option sein. Daher werden wir bei der Bundesregierung nachhaken, mit welchen gesetzlichen Maßnahmen sie auf die Verkäufe von Lebensversicherungen reagieren will.

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