Diese Webseite verwendet Cookies zur Auswertung und Optimierung unseres Web-Angebots. Nutzungsdaten dieser Webseite werden nur in anonymisierter Form gesammelt und gespeichert. Einzelheiten über die eingesetzten Cookies und die Möglichkeit, die Nutzungsdatenanalyse zu unterbinden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

InternethandelHandel im digitalen Wandel

Hand mit Kreditkarte vor Laptop
Die Umsätze beim Online-Shopping haben sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht, in den letzten fünf Jahren verdoppelt und wachsen weiter rasant. Wie schaffen wir es in diesem Umbruch faire Wettbewerbsbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen zu erhalten?

Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen schon seit Jahren immer mehr Online ein. Die Umsätze in diesem Bereich haben sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht, in den letzten fünf Jahren verdoppelt und wachsen weiter rasant. Mit der Digitalisierung des Handels gehen tiefgehende Veränderungen des Wettbewerbs und ein radikaler Umbruch in einer Branche mit rund 400.000 selbstständigen Unternehmen und rund drei Millionen Beschäftigten einher. Unser Ziel ist es, in diesem Umbruch gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu erhalten oder wiederherzustellen.

Über die Chancen und Risiken für kleine und mittelständische Unternehmen, über die Marktmacht von Anbietern wie Amazon und Ebay und die Möglichkeiten für Wettbewerbspolitik und Wettbewerbsbehörden, diese Marktmacht sinnvoll zu begrenzen, diskutierten auf unsere Einladung hin am 25. Juni Sachverständige aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Pro und Contra bei Online-Plattformen und Wettbewerb

Im Sachverständigengespräch wurde schnell deutlich, dass der zunehmende Onlinehandel nicht nur nachteilige Auswirkungen auf die KMU haben. Einerseits haben große Online-Plattformen unter anderem durch ihre umfangreiche Kundendaten und die ständig wachsenden Möglichkeiten diese zu analysieren, erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber dem kleinen Einzelhandel.

Zudem sind auch die Möglichkeiten der Steuergestaltung, also die Steuerbelastung legal zu reduzieren, für international aufgestellte Unternehmen viel größer als für den stationären Mittelstand. Auf der anderen Seite ermöglichen es aber gerade die großen Online-Plattformen dem kleinen Einzelhandel einen viel größeren Kundenkreis zu erreichen und sie schaffen größere Transparenz über Angebote und Preise für die Verbraucherinnen. Beides sorgt für einen intensiveren Wettbewerb.

Politik muss schneller und flexibler reagieren

Sehr einig waren sich die Sachverständigen, dass Politik deutlich schneller werden muss, um mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung nicht hinterherzuhinken. Das Kartell- und Wettbewerbsrecht müssen entsprechend angepasst werden und auch mutiger angewendet werden. Missbrauch von Marktmacht muss breiter definiert und dann auch effektiv sanktioniert werden. Die Wirkungen von automatischen Preissetzungsmöglichkeiten sollten genau beobachten werden. Ganz klar wurde, dass es nicht mehr um offline gegen digital oder Einzelhandel gegen Plattform geht, sondern um faire Regeln für Plattformen und Händlerinnen und Verbraucher gleichermaßen.

Mehr zum Thema Wirtschaft