StudieInnovationsdynamik in der "Grünen Wirtschaft"

Gelbe Blume wächst aus Asphaltspalte
Die Entwicklung hin zu einer Green Economy wirkt sich positiv auf die Innovationsdynamik aus. Entsprechende Branchen wachsen. Das belegt nun eine im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion erstellte Studie.

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung hat im Auftrag der Grünen im Bundestag vorhandene Unternehmensdaten ausgewertet und eine Literaturstudie erstellt, um herauszufinden, wie sich Regulierung und Förderung in Richtung eines ökologischen Umbaus auf die Innovationsdynamik von Unternehmen auswirken. Ausgewertet wurden Unternehmensdaten aus den Bereichen Gründungen, Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) und Patentanmeldungen. Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

Acht besonders dynamische „Hot Spots“

Besonders dynamisch hinsichtlich ihrer Innovationsaktivitäten und gleichzeitig besonders bedeutsam für die Entwicklung einer Green Economy haben sich im Gutachten acht „Hot Spots“ herauskristallisiert. Dazu gehören unter anderem die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, der Maschinenbau und Umweltdienstleistungen. Dabei hat sich gezeigt, dass es nur wenige Branchen gibt, die zwar besonders innovationsdynamisch sind, die aber keine besondere Bedeutung für die Entwicklung einer Green Economy haben. Hier besteht ein starker Zusammenhang.

Unternehmensdynamik: mehr Schließungen als Gründungen

Die Zahl der Unternehmen sinkt: Insgesamt gibt es mehr Schließungen als Gründungen. Nur in den Jahren 2010 und 2011 gab es einen positiven Unternehmenssaldo. Das Zahl der Gründungen danach ab. Nur bei den Energieversorgern hat sich die Unternehmensanzahl mit über 170 Prozent zwischen 2009 bis 2014 stark erhöht. Ab 2012 nehmen aber auch hier die Schließungen deutlich zu.

Branchenanalysen erzählen Erfolgsgeschichten

Der Maschinenbau ist Dreh- und Angelpunkt einer Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. In dieser Branche werden die Produkte entwickelt und hergestellt, die in anderen Bereichen zur Effizienzsteigerungen führen. Demensprechend hat der Maschinenbau sehr von den durch die Umweltpolitik initiierten Programmen profitiert – also von Umweltgesetzen, von der Förderung der Energieeffizienz und von Innovationsförderung. Die F&E Aufwendungen stiegen bis 2014 stetig an. Im Technologiebereich Maschinenbau werden zudem sehr viele Patente angemeldet - mit steigender Tendenz.

Dort, wo regulative Impulse fehlen, wird ein gegenteiliger Effekt sichtbar. Das zeigt sich zum Beispiel im Bereich Wasser, Abwasser und Abfall: Die Innovationstätigkeit ist hier seit 2006 deutlich zurückgegangen. Bei der Ressourcen und bei der Materialeffizienz führen Programme wie MaRess und PolRess zu nur zu einem geringen Anstieg der Informations- und Beratungsaktivitäten. Hier wäre deutlich mehr möglich - sowohl von Seiten der Politik, die bisher auf Freiwilligkeit setzt, als auch von Seiten der Unternehmen.

Regulatorische Leitplanken, ökologische Preissignale, Forschungsförderung auf Umweltinnovationen

Der positive Effekt wird deutlich: Die Literaturstudie bestätigt, dass klare Leitplanken und Preissignale verbunden mit gezielter Innovations- und Wagniskapitalförderung den Innovationsprozess in den Unternehmen voranbringen. So wird die Bedeutung von Regulierungen für die Innovationsdynamik in der Literatur hervorgehoben. Kostensenkung und Effizienzsteigerung werden als wesentliche Motive für Umweltinvestitionen gesehen. Mit den von der grünen Bundestagsfraktion geforderten ökologisch ehrlichen Preisen zum Beispiel für CO2 könnte demzufolge ein ökologischer Wandel sehr effektiv vorangetrieben werden.

Die Studie stellt darüberhinaus fest, dass staatliche Förderung von F&E-Aktivitäten die Innovationstätigkeit von Unternehmen erhöht. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, endlich eine steuerliche Forschungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einzuführen.

Als zusätzliches Plus stellt die Literaturstudie eine dynamischere Beschäftigungsentwicklung bei innovativen Unternehmen fest. Insbesondere KMU stehen aber wegen des fehlenden Kapitalmarktzugangs vor Problemen, ihre Umweltinnovationen auch durchzuführen. Das von der schwarz-roten Koalition angekündigte aber nicht umgesetzte Wagniskapitalgesetz muss in der nächsten Wahlperiode endlich kommen.

Die Studie im Wortlaut

Die Innovationsdynamik in der „Grünen Wirtschaft“

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