Grüner Umbau der WirtschaftKlimaschutz schafft Jobs mit Zukunft

Arbeiter vor Offshore-Windrad

Die aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD werden beherrscht vom vermeintlichen Gegensatz von Ökologie und Ökonomie. Aber der altbekannte Vorwurf, zu viel Klimaschutz vernichte Arbeit, erweist sich als Modernisierungsblockade und hält die ökologische Modernisierung Deutschlands auf. Das verdeutlicht eine aktuelle Studie der Weltbank. Sie beziffert die Investitionspotentiale in klimaschonende Technologien, wie Windkraft, Recycling- und Wasseraufbereitungsanlagen oder energiesparende Heizungen und Motoren auf 550 Milliarden Euro.

Besonders deutsche Unternehmen können von diesem Zukunftsmarkt enorm profitieren. In Deutschland tragen die so genannten GreenTech-Firmen inzwischen 11 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigen 1,4 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei ist die Branche mittelständisch geprägt, mit einer durchschnittlichen Belegschaftsgröße von rund 300 Angestellten und einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 27 Millionen Euro. Deutsche Hersteller sind bereits sehr gut positioniert: Trotz wachsender Konkurrenz können sie ihren Marktanteil von 15 Prozent behaupten.

Jetzt muss der notwendige Rahmen geschaffen werden, in dem sich der Ideenreichtum und die Innovationskraft der Unternehmen entfalten können. In den bisherigen Koalitionsverhandlungen lässt das allerdings noch sehr zu wünschen übrig. Das Wort Klimaschutz taucht im Verhandlungsergebnis der Arbeitsgruppe Wirtschaft kein einziges Mal auf.

Wir haben konkrete Vorschläge in den deutschen Bundestag eingebracht, wie die wirtschaftlichen Chancen eines ökologischen Umbaus genutzt werden könnten. Verbindliche Ziele und verlässliche Rahmenbedingungen müssen den Unternehmen Planungssicherheit bei ihren Innovations- und Investitionsentscheidungen geben.

Nötig sind:

  • Investitionen in die Energiewende und den Klimaschutz, zum Beispiel mit Hilfe eines 3 Milliarden Euro umfassenden Energiesparfonds,
  • die Formulierung verbindlicher Klimaschutzziele,
  • die Anhebung der Gebäudesanierungsrate auf jährlich 3 Prozent und die Wiedererhöhung des Gebäudesanierungsprogramms der KfW auf 2 Milliarden Euro und dessen Verstetigung,
  • eine Allianz für Ressourceneffizienz, die als Plattform für den Dialog und für koordinierte Anstrengungen von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft fungieren soll sowie eine Ausweitung der Effizienzberatung und der Effizienznetzwerke.

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