Das Erste nur Zweiter

21.06.2005

Nicht zum ersten Mal begegneten sich die Fußballmannschaften der Bundestagsfraktion - Die Grüne Tulpe - und der ARD. Und nicht zum ersten Mal zeigte sich fußballerisch die Politik den Medien überlegen.

Sechs zu Null: Grüne in der ersten Reihe

Es dauerte eine halbe Stunde bis die ersatzgeschwächten Tulpen zu ihrem Spiel fanden. Bei tiefstehender Sonne hatten anfangs beide Teams Schwierigkeiten mit dem Ballkontakt. Dennoch landete nicht jeder Pass im freien Raum. Schon in der ersten Halbzeit konnten die Tulpen immer wieder weit in die gegnerischen Hälfte vordringen und viele Duelle gewinnen. Noch konnten Torchancen jedoch nicht verwandelt werden.

Gleiches galt für das Fernsehteam: Oft zeigte sich die grüne Abwehr in Unterzahl, doch Tulpentorwart Christoph Kunzmann musste kein einziges Mal hinter sich greifen.

Spätestens mit einem herrlichen Direktschuss vom linken Strafraumeck, der unhaltbar im langen Eck des ARD-Tores traf, wendete sich das Blatt und die anfängliche Enttäuschung der Zuschauer wandelte sich zunehmend in Begeisterung. In einer wahren Daueroffensive der Tulpen konnte bald nur noch ein Spieler der ARD glänzen: Der Torwart hielt einige aus nächster Distanz geschossene Bälle, musste jedoch noch in der ersten Halbzeit weitere grüne Treffer verkraften. Zuerst schoss Mayer einen Steilpass über 30 Meter auf Stark, der unmittelbar von der Torauslinie mit einer präzisen Flanke weiter auf Witt spielte. Witt erhöhte mit einem wuchtigen Kopfball auf 2:0.  Kurz später die gleichen Akteure in anderer Reihenfolge: Nach einer Flanke von Witt nutzte Stark die einsetzende Konfusion in der ARD-Abwehr zu einem weiteren schönen Kopfballtreffer.

Nach der Pause

Das Spielgeschehen wurde immer einseitiger. Auch der stellvertretende grüne Regierungssprecher Hans Langguth konnte das Blatt für die Fernsehmannschaft nicht mehr wenden. Minutenlang belagerten die Tulpen den gegnerischen Strafraum und übten sich in brasilianischem Kurzpassspiel. Zwar blieb der Ball immer wieder hängen oder die Schüsse verfehlten das Tor selbst aus kürzerer Distanz knapp. Doch trafen die Tulpen mit Kombinationsfußball wie aus dem Bilderbuch immer wieder. Kapitän Ergin platzierte aus kurzer Distanz einen Kopfball unters Lattenkreuz, der technisch starke Marius Knaak traf mit einem Flachschuss einen zu kurz abgewehrten Ball aus 10 Metern ins Netz und noch einmal Knaak beendete eine Kette von erfolglosen Torchancen mit einem halbhohen Ball aus kurzer Distanz ins linke Eck der Medienkicker.

Fast hätte das erschöpfte Team der ARD in letzter Minute noch den Ehrentreffer erzielt, eine der ganz wenigen Situationen, in denen Tulpen-Torwart Kunzmann in Aktion treten musste. Der Abpfiff des präzise und fehlerlos pfeifenden Schiedsrichters beendete einen grünen Triumph. Das Fußballangebot der ARD ist zwar auch ohne Gerhard Delling und Günther Netzer ausgesprochen fair, aber eben nur die Hälfte wert.