Grüne Tulpe - AOK

Im Spiel gegen die Betriebssportmannschaft der AOK - oder sagen wir doch eher: gegen die jungen wilden torhungrigen Mitglieder der Krankenkasse – gab es die zweihöchste Niederlage der letzten 10 Jahre. Nur Tulpe-Präsident Markus Kurdziel und Spielertrainer Kristoffer Born können sich noch an ein vergleichbares Debakel erinnern. Es war die Saison 2003, als die damals noch junge und unerfahrende Tulpe-Mannschaft ihren Meister in der Profitruppe vom FC Magnet Mitte fand. Am Ende hieß es 1:10 und nur Dank des grünen Ehrentreffers von Asgar Ergin hatte man obwohl zweistellig, nicht auch noch zu null verloren. Das sollte auch diesmal nicht passieren, aber fangen wir von vorne an. 

Kurz vor Spielbeginn sah es in der Tulpe-Kabine noch sehr vielversprechend aus. Der Kader war breit und gut aufgestellt, denn trotz des schlechten Wetters waren 15 Männer und eine Frau zum Duell gegen die Vertreter der AOK zusammengekommen. Nun ist Masse bekanntlich ja nicht gleich Klasse, wie sich im weiteren Verlauf des Spiels noch herausstellen sollte, doch das grüne Team war trotz guter Besetzung den Jungspunden der Krankenkasse an diesem Abend einfach nicht gewachsen.

Dennoch hätte der Anfangsviertelstunde des Matches für die Tulpe nicht besser laufen können. Nach einem völlig verkorksten Querpass eines Gesundheitsbeauftragten, der den Ball durch den eigenen Strafraum kickte, war es der Gedankenschnelligkeit des Tulpen "Striker" Ian Darcy zu verdanken,  dass es nach ca. 10 Minuten völlig überraschend 1:0 für die Tulpe stand.

Was aber nach der glücklichen Führung folgte, war eine Lehrstunde, die die Tulpe in diesem "Jahrtausend" bisher nur einmal zu spüren bekommen hatte (s.o.).

Mit einem gepflegten Kurzpassspiel im Mittelfeld und tödlichen Pässen in die Spitze übertölpelten die "Jungs" von der Krankenkasse die Defensive der Grünen Tulpe ein ums andere Mal. Zunächst sicherte der grüne Ersatzkeeper Stephan Kühn mit tollen Reflexen und Paraden die glückliche Tulpe-Führung.

Bis zur 20. Minute. Dann wurde schlagartig aus der 1:0 Führung ein 1:3 Rückstand. Die Tulpe war sichtlich überfordert und die AOK sammelte Tore wie Zusatzbeiträge. Das hatte zur Folge, dass kurzfristig der Ton innerhalb der grünen Mannschaft rauer wurde – völlig unnötig und letztlich mit dem Ergebnis, dass die Tulpe mehr geschwächt als gestärkt wurde! Nur dank eine klaren Ansprache des Kapitäns André Bornstein kam die Ruhe zurück.

In den letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit versuchten die Tulpen sich dann doch noch mal gegen eine drohende "Klatsche" zu stemmen. Der Ball rollte jetzt in den eigenen Reihen wieder deutlich flüssiger, als in der halben Stunde zuvor. Belohnt wurde das Aufbäumen dann aber doch erstmal nicht. Lediglich zwei Fernschüsse von Tresfore Dambe gingen auf das gegnerische Tor. Dort landeten die Bälle jedoch in den Fängen des AOK-Torwarts.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff kamen dann doch noch einmal die Versicherer. Gut in den grünen Strafraum vorgedrungen, besiegelte ein flinker Stürmer mit einem sehenswerten Lupfer á la Raùl den Halbzeitstand zum 1:4.

Gleich nach dem Wiederanpfiff fast eine Wiederholung der Ereignisse, die zum ersten Tor der Grünen Tulpen führte. Erneut patzte ein Außenverteidiger der AOK, indem er den Ball direkt in die Füße des heranstürmenden Tulpen Präsidenten Markus Kurdziel spielte. Leider scheiterte dieser knapp am Keeper.

Was dann jedoch zwischen der 50. und 90. Minute passierte, kann man eigentlich nur kommentieren mit: "ohne Worte"!

Insgesamt klingelte es in dieser Zeit 6 Mal (!!!) im Tulpen Tor. Da ist es dann auch egal, dass eines dieser Tore durch den an diesem Abend laufstarken und kämpferisch spielenden "Sechser" Simon Bruhn ins eigene Tor bugsiert wurde.

Erwähnt werden muss an dieser Stelle aber noch ein zwischenzeitlicher Anschlusstreffer von Finn Pelke, der nach einer wunderbar hereingetretenen Ecke des Teamchefs Kristoffer Born zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand und den zweiten grünen Ehrentreffer beisteuerte und somit stellvertretend für die ganze Mannschaft noch einmal Moral gezeigt hatte.Am Ende gingen die Tulpen jedoch mit einem satten 2:10 als verdienter Verlierer vom Platz.

Fazit: Es soll nun weder zynisch noch sarkastisch klingen, aber der beste Mann in den Reihen der Tulpen war, auch wenn er 10 Mal hinter sich greifen musste,ganz klar der Grüne (Ersatz)-Keeper - im normalen Leben Bundestagsabgeordneter- Stephan Kühn. Allein ihm war es an diesem Abend zu verdanken, dass die AOK das "Dutzend" nicht voll bekommen hat. 

Besser kann es also nicht passen, auch diesen Bericht wieder mit den Worten eines großartigen Torwarts zu beenden: "Mund abwischen und weitermachen!" (O-Ton Oliver Kahn nach dem Grottenkick gegen Bosnien am 11.10.2002)